Nightcrawler

Am 16. Februar 2015 in film

That’s my job, that’s what I do, I’d like to think if you’re seeing me you’re having the worst day of your life.

Dieses düstere Zitat von Lou Bloom alias Jake Gyllenhaal im Film Nightcrawler beschreibt mein Gefühl seiner Figur gegenüber bemerkenswert gut. Ich weiß nicht, ob ich in der Vergangenheit schon einmal in der Situation war, einen Film nicht zu mögen, weil dessen Hauptfigur so ein unglaublich gutes Arschloch spielt, dass es schon weh tut. Die Unfähigkeit, Gefühle gegenüber anderen auszudrücken, ein omnipräsenter Menschenhass und ein angsteinflößender Hang zur Perfektion, der moralische Grenzen relativiert. All das macht Lou Bloom aus, aber, und das ist der Punkt, irgendwo auch Nightcrawler, denn mehr als die Figur Lou Blooms gibt es nicht wirklich. Und die hat freie Bahn. Eine Bahn, auf der weder Hügel, noch Täler, noch sonst irgendetwas in seinem Weg stehen.

Und was zum Beispiel bei einem John Wick kein Problem darstellt, weil dort mein eigenes Gehirn (gut, das von John Wick sicher auch) auf Sparflamme läuft, gleicht bei einem Film wie Nightcrawler dann doch eher einem Leerlauf mit großer Erwartungshaltung meinerseits. Aber irgendwie kommt da nichts.

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Und jetzt stehe ich da. Zwischen zwei Stühlen. Auf dem einen Jake Gyllenhaal, mit Hundeblick und einer Performance, die jenseits von Gut und Böse ist und schlicht jeden Preis verdient hätte, den es für solche Fälle gibt. Und auf dem anderen sitzt John Wick. Ebenfalls mit Hundeblick, aber im Gegensatz zu Lou Bloom mit einem Platz in meinem Herzen. Für ein strunzbrutales Action Flick. Oha.