My Little Pony: The Movie

Am 11. Oktober 2017 in film

My Little Pony ist für mich als Vater ja Fluch und Segen zugleich. Segen, weil zumindest die Serie unter Lauren Faust a.) bekanntermaßen ansprechenden Humor besitzt und b.) die meisten Lieder auf Musicalniveau angesiedelt sind und zum Mitträllern animieren. Womit wir beim Fluch sind: Diese Ohrwürmer kriegt man nicht mehr raus. Nie. Und was in der Obhut der eigenen vier Wände bei Netflix, also mit Fluchtwegen ans MacBook, zu einem guten Buch oder zur Playstation, höchst erträglich ist, kann in einem Kino ja wiederum ganz anders wirken.

Es ist Sonntag, meine Tochter und ich sitzen in einem riesigen, beinahe leeren Saal einer fürchterlich Konsumer-unfreundlichen Kinokette. Die Tatsache, dass hier heute kein Geld verdient wird, zieht sicherlich eine Entscheidung der Geschäftsführung nach sich, dass Kinderfilmvorstellungen in Zukunft entweder mit doppelt soviel Werbung oder gar nicht mehr gezeigt werden. Mir treibt es ein Lächeln ins Gesicht, während uns Trailer zu Verfilmungen von jedem halbwegs erfolgreichen Kinderbuch der letzten hundert Jahre gezeigt werden. Wirklich jedes, habe ich das Gefühl. Sie sind alle Mist. Wir haben Balkonplätze und haben die gesamte Loge für uns. Ich glaube, es war noch nie so ruhig in einer Kinderkinovorstellung.

Dann geht es los und Equestria ist natürlich gleich richtig in Gefahr. Ausgerechnet bei den Vorbereitungen zum Freundschaft-Fest. Oh nein! Der Sturm-König/Kaiser/Chef/Vogel/irgendwas hat seine Spießgesellen geschickt und will sich die Kräfte der Prinzessinnen aneignen, um mit deren Hilfe die Welt zu unterjochen. Das kam unerwartet. Natürlich liegt es an Twilight Sparkle, Pinkie Pie, Rainbow Dash, Rarity, Applejack und Fluttershy die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Und an Spike, dem blöden Drachenbaby. Dabei geht es quer durch die Welt der Ponies, in der es aus irgendeinem Grund plötzlich auch antropomorphe Fische, Vögel und Nilpferde gibt. Finde ich doof. Genauso wie die Tatsache, dass der Big Mcintosh im ganzen Film nur einmal kurz zu sehen war und dabei nicht einmal „Yep!“ sagen durfte. Wo sind denn da die Prioritäten gesetzt? Etwa bei den süßen Ponies? Das gibt es doch gar nicht.

Trotz Daniel Ingram, der ja die sehr guten Lieder der Serie zu verantworten hatte, wollte bei mir keiner der Songs so richtig hängenbleiben. Liegt bestimmt an Sias Gejammer oder den generischen Dance-Einflüssen, die bei Titelsongs von Kinderfilmen im Kino offensichtlich und blöderweise Gesetz zu sein scheinen. Ihr seht, ich nehme das hier ernst. Natürlich ist meine Meinung trotzdem eher so egal und dient eh nur dem Füllen dieser Zeilen. Was zählt ist das Fazit meiner Tochter: mega-gigantisch-gut! Ich denke, sie übertreibt ein wenig.