Metal Gear Rising: Revengeance

Am 2. Juni 2015 in spiel

Ich bin mir nicht sicher, ob Irvin Kershner schuld daran ist, dass ich jetzt, Jahre nach dem ihr es gehasst oder geliebt, zumindest aber längst zu den Akten gelegt habt, damit angefangen habe Metal Gear Rising: Revengeance auf der Playstation 3 zu spielen. Er könnte aber eine gewisse Mitschuld tragen, denn nur ein paar Tage vorher schaute ich mir nach Jahrzehnten endlich einmal wieder den Film Robocop 2 an. Ich habe ihn als Kind geliebt. Wegen der (etwas plumpen) sozialkritischen Note, der Balloneffekte bei Körpertreffern und der wunderbaren Stop-Motion-Animation des Antagonisten Cain.

Dabei war die Story strunzdoof, die Dialoge hochgradig bescheuert und der Protagonist Robocop alias Alex Murphy fast schon unerträglich überzeichnet.

Ich spule mal vor und lande mitten im Spiel Metal Gear Rising: Revengeance. Die Story ist strunzdoof, die Dialoge hochgradig bescheuert und der Protagonist Raiden alias Jack fast schon unerträglich überzeichnet. Aha! Aber genau das finde ich gerade richtig gut. Genauso, wie ich auch Robocop 2 wieder richtig gut fand.

Metal Gear war schon immer Weltmeister im spinnen aberwitziger Hintergrundgeschichten, die Erfinder Hideo Kojima in gefühlt stundenlangen Einspielern auf virtueller Bühne erzählt. Bei Rising haben sich aber alle Beteiligten entspannt zurückgelehnt und das Ganze nicht wirklich ernst genommen. Hoffe ich.

Mind if I… cut in?

Damals, am Tag seines Erscheinens und der damit einhergegangenen Demo wurde ich von drei Dingen abgeschreckt: Zum einen war ich kein großer Fan der Platinum Spiele Anarchy Reigns und Vanquish und zum anderen war mir schon die Demo irgendwie zu schwer. Heute, mit einem durchgezockten Titan Souls auf dem Tacho, sehe ich schwierige Spiele mit anderen Augen und so schaffte es Rising in Zeiten einer persönlichen Spieleebbe dann doch wieder auf die Festplatte meiner Playstation 3.

Und jetzt zocke ich es auf Easy. Auweia. Da fliegen die Steine, aber einen Moment: Ich suche derzeit vor der Konsole vor allem Entspannung und das liefert dieses Gemetzel auf Easy. Dazu noch die Bud Spencer Dialoge und ich hänge mit zufriedenem Grinsen auf dem Sofa, wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Ich freue mich aber jetzt schon auf den zweiten Durchgang in einem der höheren Schwierigkeitsgrade, ehrlich!

Ich bin ja, abgesehen von seinen Damenschuhen, bekennender Raiden Fan und mochte auch Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty sehr. Irgendwie war nach dem großartigen Snake Eater und diversen Playstation Portable Ausflügen bei mir aber erst einmal Schluss mit dem Thema. Den offiziellen vierten Teil habe ich ebenfalls nie gespielt, ich denke aber, nach Rising ist der Weg dorthin wieder ein Stück weit mehr geebnet und die nächste Spieleebbe wird dann vielleicht damit bestritten. Bis dahin hacke ich mich, technisch beeindruckend, durch Cyborgs aller Art und verursache dabei Kopf- und Gliederschmerzen beim Abtrennen von Kopf und Gliedmaßen. Und beim Durchschlagen von Melonen. Melonen sind immer gut.

Gradlinige Schlauchlevel, Popcorngegner (also auf Easy), spektakuläre Bosskämpfe und der Gray Fox Ninja Klamotten DLC für nur 2,49€ extra. Manchmal bin ich so leicht zu ködern.