Jessica Jones

Am 6. Dezember 2015 in serie

Wenn ich in Zukunft eine Marvel-Serie sehe, bei der die Hauptfigur mal halb soviel Charisma hat, wie deren Antagonist, dann gebe ich euch eine Reihe Mexikaner aus. Immerhin: Mexikaner trinkt Jessica Jones bestimmt zum Frühstück. Bevor das harte Zeug drankommt. Darin ertränkt sie dann vor allem ihr Selbstmitleid. Als Zuschauer hätte ich gerne jedes Mal einen Schluck abbekommen, wenn zum gefühlt zehnten Mal das Damoklesschwert ihrer Vergangenheit über der Liaison mit dem Powerman baumelte.

Aber ähnlich wie bei Marvels Daredevil sind diese Durststrecken im Drehbuch fast egal, wenn der Gegenspieler das erste mal ordentlich Screentime hat. David Tennant spielt die Charakterentwicklung des sadistischen Kilgrave so großartig, dass ich mich jedesmal tadeln wollte, wenn ich wieder anfing, seine hier wirklich als abartig übles Monster dargestellte Figur irgendwie doch zu mögen.

Jones’ On/Off Partner Powerman geht zum Lachen erfreulicherweise lieber in den Keller und irgendwo da muss auch der sonst immer noch gerne und oft eingesetzte, ach so witzige/trottelige Sidekick gefesselt in einer dunklen Ecke liegen. Humor hat bei Jessica Jones entweder mindestens 37% Alkoholgehalt oder kommt rabenschwarz aus dem Mund von Kilgrave. Das ist gut.

Vier Folgen bleiben mir noch, dann ist der Sack zu und ich hoffe, dass das Finale nicht ganz so stark abfällt, wie es mir bei Jessica Jones Nachbar Daredevil vorkam. Und dann wird es echt mal Zeit, dass Frank Castle in Hell’s Kitchen auftaucht!

Update: Es fällt stark ab und wir haben aufgegeben. Schande über uns.