Luftrausers

Am 28. März 2014 in spiel

Vlambeers Ridiculous Fishing hat mir auf dem iPhone sehr gut gefallen. Weil Vlambeer intelligente Menschen sind, die wissen, was sie wo machen können. Ihr Angel-Titel hat die hohe Hürde der Spielbarkeit eines mobilen Titels locker bewältigt. Auch bei Luftrausers beweisen sie Feingefühl und haben es erst gar nicht für mobile Plattformen herausgebracht und stattdessen Playstation 3, Vita und PCs bedient. Gut so.

Luftrausers, das sind blasse, an Propaganda-Filme des Zweiten Weltkriegs erinnernde Farben, eine Handvoll gepanzerte Kriegsmaschinerie und ein dynamischer, sich an meinen Spielstil anpassender Soundtrack. Eine gute Mischung, die dank freizuspielender Extras, mit denen ich meinen Flieger aufpeppe, immer wieder dazu anspornt einen weiteren Versuch zu starten, um die eigene Highscore zu knacken. Ein ähnliches Belohnungssystem wie bei Ridiculous Fishing also.

Die Spiele könnten aber unterschiedlicher kaum sein: Bei Luftrausers schieße ich per Quickstart mein Fluggerät aus dem Startbildschirm direkt in die Luft oder in die Werkstatt. Letztere lässt mich aus meinen freigeschalteten Elementen für Bewaffnung, Hülle und Antrieb einen individuellen Flugzeugtyp erstellen. In der Luft schickt man mich direkt an die Front. Dort empfängt mich erfreulicherweise kein Dualstick-Shooter sondern klassische Baller-Action. Mit dem Stick nach links oder rechts lenke ich den Flieger, durch Druck nach vorne gebe ich Gas. Per Knopfdruck gibt es Dauerfeuer. So haben wir damals gespielt und so ist es mit der Zeit aus der Mode gekommen.

Der Ausflug an die Front kann bei Luftrausers sehr schnell wieder vorbei sein. Er kann aber auch, sofern ich einen guten Tag habe, in tollen Ausweichmanövern und gut getimten Gegenschlägen gipfeln. Zufällig generierte Angriffswellen feindlicher Flugzeuge, Raketen, Schiffe und Zeppeline wollen stilecht und für den Multiplaktor möglichst in Reihe vom Himmel in den unendlichen Ozean geholt werden.

Luftrausers sieht richtig gut aus und das, obwohl ich glaube, ein Luftkampf vor schönem blauen Himmel wäre auch nicht zu verachten gewesen. Das liegt aber wohl daran, dass ich bei Flugzeug-Spielen eher der Top Gun und Ace Combat Typ bin. Also eher Goose als Immelmann. Die Details, wie Motoren-Rauch, Splitter und die visuell toll umgesetzte Schadensanzeige machen Lauftrausers aber zu einem optischen Augenschmaus. Der Anspruch, den die Steuerung an das artistische Feingefühl des Spielers stellt, besorgt den Rest.

Ich habe mich für die Vita-Fassung entschieden, denn deren “Pick up and Play” Aspekt steht Luftrausers eigentlich am besten. Morgens zwei, drei Runden vor dem Frühstück, unterwegs in der Bahn oder beim Warten auf den Bus. Inklusive skeptischer Blicke von Passanten beim Beobachten meiner wechselhaften Spieler-Mimik (diese verdammten Zerstörer!). Und genau dafür ist dieses Spiel gemacht. Feuer frei!