Locke

Am 15. August 2014 in film

Locke kennt ihr nicht. Weil der Film hier No Turning Back heißt. Ja. Klar. Auf der Autobahn ist wenden eben nicht erlaubt und genau da spielt Locke. Neunzig Minuten auf dem Weg von irgendeiner gewaltigen Baustelle bis ins schöne London. Das das dabei nicht zu dem verkommt, was ab und an als schönste Eisenbahnstrecken Deutschlands durchs Nachtprogramm flimmert, ist nur eine der Stärken dieses tollen Films.

Die andere ist die Tatsache, das sich sämtliche Elemente der Geschichte für mich als Zuschauer lediglich aus Telefongesprächen ergeben, die Tom Hardy als Ivan Locke über die Freisprechanlage in seinem dicken BMW führt. Nur darüber bringt uns der Film seine Figuren näher, die bis auf Tom Hardy alle nur als Stimme im Lautsprecher agieren und daran teilnehmen, wie Ivan Locke sein Leben einmal komplett und so richtig schön verbockt. Langweilig sind diese neunzig Minuten jedenfalls nicht.

Kamera und vor allem die Musik besorgen den Rest und machen Locke für mich zu einem ganz, ganz großartigen Filmexperiment, für das man, wie ich glaube, gar nicht mal so mutig sein muss. Es funktioniert einfach und das ist bei diesem besonderen Setup ein kleines Meisterwerk.