Kengô

Am 19. September 2014 in spiel chambara

Der Grundstein für ein neues Genre, der Schwertkampfsimulation wurde mit diesem Titel gelegt, der vor allem durch das Erstellen eigener Schwerttechniken besticht.

Im ersten Kengô Teil, den die Entwickler der beiden PSOne Busdhido Blade Teile produzierten, betrat man noch völlig neues Territorium und präsentierte die erste ausgewachsene Schwertkampfsimulation. Hierbei ging es zum ersten Mal nicht nur um den Kampf an sich, sondern vor allem um die Vorbereitungen, dem in Form bringen des Schwertschülers und dem Erlernen neuer Techniken. Zu diesem Zweck wählt ihr einen von drei Schülern, aus denen ihr dann im Laufe des Spiels versucht, einen mächtigen Schwertkämpfer zu formen.

Dazu bedarf es in erster Linie vor allem Training. Hierbei ist beim ersten Teil der Serie zu beachten, dass nicht nur mit dem Schwert trainiert wird, sondern auch andere Aspekte, wie Geschwindigkeit, Kraft oder auch der Geist eure tägliche Zuwendung brauchen.

Um all das zu bewerkstelligen, schließt ihr euch in Kengô zu aller erst mal einem Dojo an, um dann an verschiedenen Orten mit den Trainingseinheiten beginnen zu können. So könnt ihr eure Kraft mit dem Holzschwert an einem Stock im Boden erproben, mäht Bambuswälder zugunsten eurer Geschwindigkeit nieder, trotzt den reißenden Fluten unter einem Wasserfall oder meditiert unter der Aufsicht eines Zenmeisters um Ausdauer und Geist auszubauen. All diese Trainingsmethoden bewerkstelligt ihr anhand kleiner Minispiele die, das muss man leider sagen, gerade zum Ende hin ihren Reiz verlieren, da man sie einfach zu oft anwenden muss um seinen Charakter in die richtige Form zu bringen.

Weitaus interessanter ist da noch das System der Angriffs-Personalisierung. Hier erkennt man zwar schon das Grundprinzip späterer Kengô Teile, allerdings mit einem wichtigen Unterschied: ihr lernt keine kompletten Kombinationen, sondern lediglich einzelne Schläge und dürft diese dann in einer eigenen Abfolge zusammenstellen. Drei dieser eigenen Combos dürft ihr dann mit in den Kampf nehmen und dort nach Belieben zwischen ihnen hin- und her schalten.

Im Kampf gegen Vertreter fremder Schulen oder auf Turnieren erlernt ihr die neuen Schlagtypen von euren Gegnern, z.B. durch blocken oder einstecken. Da dies das eigentlich Hauptziel des Spiels ist, nehmt ihr natürlich an so vielen Duellen wie möglich teil. Diese finden interessanterweise nur mit dem Bokken statt, dem Holzschwert. Lediglich große Turniere unter den Augen mächtiger Staatsangehöriger finden mit echten Schwertern statt und können euch das Leben kosten.

Um dem Tod nicht ganz hilflos ins Auge blicken zu müssen, habt ihr beim ersten Teil der Kengô-Serie noch eine Wutleiste, die es euch ermöglicht, sofern diese aufgeladen ist, eine Spezialattacke auszuführen, die effektvoll auf euren Gegner niederprasselt und bei einem Treffer den sofortigen Sieg bedeutet. Diese Attacken sind je nach benutzem Schwert im Spiel unterschiedlich.

Erwähnt sei bei Kengô noch der wirklich sehr detailliert in Szene gesetzte Blutverlust. Erleidet ihr eine tiefe Wunde im Kampf, spritzt euer Blut den ganzen Kampf über, unter stetigem Lebensverlust in feinen Strahlen aus dieser heraus, was vor allem bei Siegesposen sehr interessant aussehen kann.

Und so trainiert ihr tagein, tagaus um euren Körper zu stählen, fordert fremde Schulen heraus und versucht lokale Turniere zu gewinnen. Das alles ist zwar auf die Dauer etwas eintönig, durch den Einsatz selbst entworfener Techniken hat das ganze aber durchaus seinen Reiz und so bildet Kengô den durchschnittlichen Auftakt einer überdurchschnittlichen Serie.