Inherent Vice

Am 24. März 2015 in film

Ich habe soeben Inherent Vice von Paul Thomas Anderson gesehen, dabei gefühlt dreißig tolle Namen, wie Shasta Fay(!), Ensenada Slim(!) und Sauncho Smilax(!) gehört und so ein wenig bekifft fühle ich mich jetzt auch. Als hätte ich die ganze Zeit über bei Herrn Phoenix mitgeraucht. Oder Lachgas eingeatmet. Oder Kokain gezogen. Oder … ach, ihr versteht, was ich meine. Nicht? Gut. Denn so oder so ähnlich fühlt sich Inherent Vice an. Aber er fühlt sich trotzdem gut an. Es ist ein Film Noir, der mit seinen bunten Kulissen und den mitunter sehr seltsamen Figuren darin, nicht weiter von der Farbe Noir entfernt sein könnte. Und er ist fantastisch besetzt, inszeniert und gespielt. Die Sache mit I’m still here hängt Joaquin Phoenix ja immer noch ein wenig nach und die zwei geklauten Stunden dafür schuldet er mir nach wie vor, aber hey, er spielt sich als Hippie und Privatdetektiv Doc Sportello(!) wieder geradewegs zurück an den Platz in meiner Brust. Bei Inherent Vice passieren die wichtigen Ereignisse übrigens oft nur zwischen den Szenen, wenn die Kamera nicht hinschaut. Dann wird sich dann über eben diese Ereignisse unterhalten. Außer von Seiten Owen Wilsons. Der flüstert in seiner Rolle als Coy Harling(!) bloß. Und selbst das macht dieser ach so oft verkannte Charakterdarsteller mit Bravour. Ich denke, es ist save zu sagen, dass Inherent Vice ganz wunderbar sonderbar ist. Wer hier massentaugliche Comedy erwartet, macht ganz schnell mal ein Gesicht wie Puck Beaverton(!).