Hyena

Am 24. August 2015 in film

Dieses London Untergrund Drama aus dem Jahre 2014 hat einen prominenten Befürworter: Nicolas Winding Refn, seines Zeichens Autor und Regisseur der von mir sehr geschätzten Filme Valhalla Rising und Drive, sieht in diesem Film die Zukunft des Crime Dramas. Mir wurde ziemlich schnell klar, warum.

Hyena könnte ohne weiteres auch ein Titel aus Refns Filmographie sein. Irgendwo in den Neunzigern vor oder nach Pusher. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich 1995/96 viel Spaß mit diesem Film gehabt hätte. Heute allerdings wirkte Hyena mit seiner, zweifelsohne absichtlich arrangierten, ungeschliffenen Optik auf mich vor allem seltsam angestaubt.

Dabei ist die Geschichte um einen durch und durch korrupten Bullen vielversprechend und das Ende, in seiner Art völlige Aussichtslosigkeit darzustellen, schlicht genial. Aber irgendwo dazwischen fehlte mir etwas. Peter Ferdinandos Darstellung des drogensüchtigen Polizisten ist eine Berg- und Talfahrt zwischen großartig porträtierten Folgen des Drogenkonsums, bei denen ich herrlich mitleiden konnte und selbstzweifelndem Gejammer, für das er einfach nicht das Tobey Maguire Gesicht hat.

Unterm Strich blieb bei mir bis auf das Ende einfach nichts hängen und ich muss mir schmerzhaft eingestehen, dass sich mein Geschmack wohl nicht mit dem von Nicolas Winding Refn deckt. Na gut. Refn ist mittlerweile weit weg von der Pusher Trilogie und zum Glück niemand, der sich trotz des Erfolges mit Drive irgendwo hat festnageln lassen. Wenn sich Gerard Johnsons Zukunft da ähnlich entwickelt, will ich nichts gesagt haben.