Hibana: Spark

Am 27. Juli 2016 in serie

So langsam trudeln bei Netflix auch asiatische Serien-Produktionen abseits von Anime ein. Bei der Buchumsetzung Hibana: Spark begleiten wir die beiden Komiker Tokunaga und Kamiya bei ihrem Streben nach Anerkennung in der Stand-Up Manzai-Szene (Wikipedia-Link) Tokios. Tokunaga ist ein introvertierter Charakter, bei dem man sich mitunter wundert, wie er es geschafft hat, das Elternhaus überhaupt zu verlassen. Herr Kamiya dagegen ist extrovertiert, wirkt sehr von sich überzeugt und ist auch sonst genau das Gegenteil von Tokunaga. Beide sind jeweils Teil zweier unterschiedlicher Komiker-Duos, pflegen aber nach ihrem ersten Aufeinandertreffen und einer durchzechten Nacht eine Schüler/Lehrer-Beziehung. Sie improvisieren zusammen den Manzai, sie philosophieren über dies und das und sie betrinken sich und essen viel. Viel mehr gibt es hier eigentlich nicht zu sehen, aber das reicht aus. Hibana funktioniert so wie es ist ganz gut.

Humor zu übersetzen, dürfte eine der schwierigsten Arbeiten eines Übersetzers sein. Wenn die Sprache dann auch noch komplett anders aufgebaut ist, als die eigene, ist es fast schon ein sinnloses Unterfangen. Ich bin so etwas wie ein Veteran des japanischen Films und trotzdem wirkt Hibana mit deutschen Untertiteln auf mich wie ein kleiner Kulturschock. Interessanterweise mag ich es trotzdem sehr. Die Serie fängt wunderschöne urbane Bilder aus Tokio ein, ihre Figuren sind liebenswert, Kento Hayashi als Tokunaga und Kazuki Namioka als Kamiya sind großartig und das Essen macht mich so hungrig, dass ich am liebsten nach jeder Folge direkt ins nächsten japanische Restaurant laufen möchte.

Die Zielgruppe von Hibana auf Netflix dürfte sich zahlenmäßig mit einer Gruppe Einradfahrer auf einem Harley Davidson-Treffen decken, aber hey: Noch dürfte das fast egal sein, denn es zählt, den Katalog so voll zu packen, dass er die Konkurrenz übertrifft. Und dass sie dabei auch solche Nischen bedienen ist mehr als löblich.