Halt mal kurz

Am 20. März 2016 in spiel

Die folgenden Zeilen handeln von einem Kartenspiel. So etwas spielt man analog (HÄ!?). Mit anderen Menschen an einem Tisch (WIE!?). Komplett offline, ohne Controller und ohne Smartphone (WAS ZUM … !?). Für all diejenigen, die Morgvom.org jetzt nicht kopfschüttelnd aus ihren Feeds gelöscht haben: Vertraut mir! (http://halt-mal-kurz.de)Halt mal kurz) ist ein ganz großartiges Kartenspiel für drei bis fünf Spieler, bei dem ihr Nazis haut, Vollversammlungen abhaltet oder Schnick-Schnack-Schnuck spielt. Gerne auch mit Brunnen.

Das Ganze ist, um es mit einer der zwei Kategorien des Spiels zu sagen, witzig. Sehr witzig, denn es ist von Marc Uwe Kling, der Kleinkünstler, der mit einem Beuteltier in einer Berliner Wohngemeinschaft lebt und dort die Känguru-Chroniken geschrieben hat. Wer diese Bücher nicht gelesen hat, sollte das zügig nachholen.

Der nicht selten gesellschaftskritische Humor der Bücher zieht sich dabei ganz wunderbar auch quer durch Halt mal kurz und so braucht sich niemand zu wundern, dass die Nazikarte (draufhauen!) bis auf ein winziges Detail genauso aussieht, wie die Polizeikarte (nicht draufhauen!), dass die Vollversammlungskarte selten Überraschungen birgt und das der Kapitalismus diejenigen bestraft, die eh schon am Verlieren sind.

Und dass Gruppen-Schnicks, sozusagen der Mexican Standoff unter den Schnick-Schnack-Schnuck-Duellen extrem feuchte Augen oder Schlimmeres zur Folge haben können. Also mit Brunnen. Aber am besten lasst ihr euch das direkt vom Känguru im Video unten erklären. Von mir gibt es zumindest einen deutlichen Kaufbefehl.

Razupaltuff!

Video auf Vimeo