Hail, Caesar!

Am 8. Juni 2016 in film

Man kann über die Filme der Coen-Brüder sagen was man will. Auch über The Big Lebowski, um mal auf Cassidy anzuspielen. Eine Figur aus meiner derzeitigen Lieblingszeitverschwendung Preacher. Aber eines müssen sich selbst die größten Kritiker dieser sehr unkonventionellen Filmemacher eingestehen: Selten bis nie ist das, was wir von Ihnen zu sehen bekommen vorhersehbar. Und das ist im heutigen Kino eine Rarität. Fast schon eine Magie, die nur noch die wenigsten beherrschen. Und wenn sie es doch tun, können sie sicherlich nur schwer das Geld auftreiben, welches nötig ist, um diese Magie überhaupt entstehen zu lassen.

Die Cohens bekommen dieses Geld. Irgendwie. Auch für einen Jonah Hill, der mittlerweile so teuer zu sein scheint, dass bei nur fünf Minuten Leinwand-Präsenz trotzdem noch eine Erwähnung mit Bild auf dem Kinoplakat inklusive ist. Zu Hills Verteidigung muss ich aber sagen, dass er in fünf Minuten als Langweiler immer noch mehr Eindruck hinterlässt als zum Beispiel Nicholas Cage in einer Hauptrolle in, sagen wir mal zwei seiner aktuelleren Filme. Der Rest des Ensembles ist eine Mischung aus Coen-Veteranen, angesagten Gesichtern aktueller Kino-Geschichte und Christopher “Es kann nur einen geben” Lambert.

Hail, Caesar! ist eine großartige Hommage an die goldenen Jahre der Geldmaschine Hollywood und deren durch und durch romantisierte Fassade. Dieser Zeit nachempfundene und wunderbar nachgestellte Drama-, Action- und Musical-Szenen lockern den Plot um den halbfiktiven Hollywood-Manager Mannix (Josh Brolin) auf und bieten dem Filmteam viele Möglichkeiten, um wunderschöne Kunst aus Farbe, Beleuchtung, Musik und Arrangement entstehen zu lassen. Das sind oft Einstellungen, die ich mir direkt an eine Wand hängen würde.

Typisch für ein Coen-Skript ist, dass viele Dinge nur zwischen zwei Szenen ablaufen und so für interessante Dialoge in der Folge sorgen. Eine Meisterschaft, die sie beherrschen und die ich ganz besonders an ihren Filmen mag. Irgendwann ist es dann zu Ende und so richtig viel ist eigentlich auch gar nicht passiert, und trotzdem hat man das Gefühl endlich mal wieder kurzweiliges und, wie eingangs erwähnt, auch mal wieder unvorhersehbares Kino gesehen zu haben. Geht doch.