Guardians of the Galaxy

Am 15. Dezember 2014 in film

Vor einiger Zeit traf ich die schwere Entscheidung, nur noch Filmkunst-Kinos zu besuchen. Vor allem, aber nicht nur, wegen der Preispolitik der „Großen” und deren Zuschläge für 3D-Nonsens und Überlänge (2014!) und andere hanebüchenen Ausreden den Preis zu erhöhen. Die Folge dieser Entscheidung ist die, dass ich jetzt Arthouse-Filme im Kino schaue und die Blockbuster zu Hause bei iTunes über das Apple TV. Das ist so ein bisschen verkehrte Welt, aber es macht mir trotzdem Spaß.

Nur bei Guardians of the Galaxy tat es Monate lang weh. Als neuerlicher Fan der letzten drei Marvel-Verfilmungen war ich doch sehr gespannt auf den Science Fiction Stoff und konnte es kaum noch abwarten bis der Film endlich (international) für das Heimkino erschien. Bis es soweit war, las und hörte ich allerlei Lobhudelei. Der Film wurde schneller immer höher in den Himmel gelobt, als meine Erwartungen steigen konnten. Noch bevor ich wusste, worum es überhaupt geht (ich bin kein Comicleser mehr, Schande über mich), schmückte Rocket Raccoon bereits unser Wohnzimmer-Regal und der Guardians Soundtrack tönte regelmäßig durch die Wohnung.

Da kann ein Film ja nur verlieren. Interessanterweise tut Guardians of the Galaxy das nicht. Er funktioniert für mich von Anfang bis Ende. Weil er sich traut wie ein neuer Star Trek Film auszusehen, sich aber genau wie das Gegenteil dessen benimmt. Nämlich gar nicht. Immer wenn er für mich vertrautes Marvel-Film-Terrain betritt, also eine generische CGI-Schlacht stattfindet oder wieder ein überdimensionales Flugobjekt abstürzt, gibt es eine musikalische Ohrfeige und/oder einen Weltraumpiraten-Kalauer, während sich ganz bestimmt irgendwo ein James Gunn vor Lachen auf die Schenkel klopft. Und aus irgendeinem verrückten Grund passt das.

Guardians of the Galaxy ist so frech, dass er selbst vor heiligem Boden, zum Beispiel der Pflichtszene nach dem Abspann, nicht halt macht und uns selbst dann noch mit ausgegrabenen 80er-Trash trollt.

Unterm Strich gefällt mir der ganze Superhelden Schnickschnack im Science Fiction Gewand irgendwo im Weltraum noch einmal deutlich besser als in den Geschichten auf der Erde. Bunte Kostüme, große Helme und schräge Vögel passen dort eben einfach nochmal ein Stück besser ins Bild. Und gute Science Fiction kann es eh nicht genug geben. Ich habe ihn gerade nicht im Kopf, den Fünf-Jahres-Plan für Marvel-Filmumsetzungen und die Info wie alt Tony Stark noch werden muss, bevor die Wächter wieder dran sind, aber hey, ich freue mich jetzt schon drauf!