Goodbye, My Love!

Am 9. Oktober 2016 in prosa

Falls ihr zufällig gerade Lust habt, irgendwas über Weltuntergang und Krapfen zu lesen, dann habt ihr Glück! Ich habe die Rohfassung einer neuen Geschichte von mir hochgeladen. Und wie es der Zufall will geht es da, unter anderem, um Weltuntergang und Krapfen. Für eine Kurzgeschichte ist sie zu lang, für ein Buch zu kurz. Sagen wir also einfach, es ist eine Novelle. Wer mag, kann sie sich auch als .epub laden. Ach ja: Sie spielt in Hannover. Das tut mir leid. Wirklich. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß beim Lesen.

Regungslos sitzt sie mit dem Rücken zum exquisiten Mahagoni-Schreibtisch da. Draußen, hinter den Fenstern des Büros, hoch oben über der Stadt, leuchtet orangefarben ein Sonnenuntergang und wirft bedrohlich anmutendes Licht in den spärlich eingerichteten Raum. An drei Wänden hängen jeweils zwei Bilder, die, so versicherte man ihr, Kunst seien. Auf dem Fußboden in der Mitte des Raumes liegt ein runder Teppich, der, auch das versicherte man ihr, kunstvoll gewebt sei. Sie stutzt. Ihr schneeweißes Haar schimmert orangefarben im Licht der Sonne und wirkt dabei so ein wenig wie die billige Perücke einer Prostituierten im Film „Pretty Woman“. In kurzen Abständen wandert ihr schmollender Mund von links nach rechts, als kaue sie ein Bonbon, dessen Geschmack nicht eindeutig zu definieren ist. Sie wirkt nachdenklich, tatsächlich aber ist sie sauer. Sehr sauer. All die Jahre, die nötig waren, um endlich hinter diesem exquisiten Schreibtisch, vor dem kunstvoll gewebten Teppich, umringt von noch mehr Kunst auf diesem exquisiten Schreibtisch-Stuhl zu sitzen, drohen nichtig gewesen zu sein. All die Jahre. Für sie war es immer eine Frage des „Wann“, nie des „Ob“. Zuversicht ist auf Seiten derer, die es wagen über Leichen zu gehen. Das war schon immer ihre Devise.

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