Genroku Legends: A Cause to Daikon For

Am 20. August 2014 in spiel

Muramasa, ob nun Demon Blade auf der Nintendo Wii oder Rebirth auf der Playstation Vita war für mich ein perfektes Hack’n’Slay. Dann kam die erste angekündigte Erweiterung für die Vita-Fassung. Irgendwas mit einer Katze. Irgendwas, halt. Es hat mich schlicht nicht vom Hocker gehauen. Der Schritt von Ninja und Prinzessin aus dem Hauptspiel zu einem Katzenmädchen als Hauptfigur war für mich einfach zu wenig. Ich meine klar, Katze und so. Toll, aber in der japanischen Videospiel-Kultur ist Ninja oder Katze fast schon gehüpft wie gesprungen.

Ich habe Muramasa danach also erst einmal zur Seite gelegt. Bis jetzt, als ich im Sony Store zufällig wieder über die Erweiterungen gestolpert bin. Mittlerweile gibt es drei an der Zahl. Die neuste ist, Überraschung, wieder mit einem Ninja. Dann aber fiel mein Blick auf Erweiterung Nummer Zwei: A Cause To Daikon For. Allein dieses herrlich bescheuerte Wortspiel hatte mich bereits überzeugt. Vier Euro zogen Richtung Sony, der Rettich zog auf meine Viva.

Daikon, beziehungsweise Rettich, weil in diesem Teil der Genroku Legende mal keine romantisierten Krieger oder Kriegerinnen in die Schlacht ziehen, sondern der Bauer Gonbe. Mit seiner Gartenhacke, mit der er normalerweise die Felder umgräbt. Wie cool ist das denn, bitte schön? Gonbe hat Hunger, aber die Felder und Lagerräume seiner Provinz sind weitgehend leergeräumt. Ein korrupter Daimyo zieht alles an Reis ein, was nicht niet- und nagelfest ist. Das bedeutet Hungersnot für das gemeine Volk. Also entscheiden sich Gonbe und seine Freunde, dem Kaiser einen Besuch abzustatten und ihm ihr Leid zu klagen. Der Weg dort hin aber ist beschwerlich und gespickt mit Vasallen des korrupten Lords. Also ziehe ich als Gonbei mit Hacke, Bambusspeer und Sichel gegen eben diese finsteren Gesellen. Sieben Samurai ohne Samurai.

Die Geschichte von A Cause To Daikon For ist die erste im Muramasa-Universum, die ich interessant genug fand, sie weiter zu verfolgen und eben nicht einfach so weg zu klicken. Gonbe ist ein Bauer, wie aus einer Stan Sakai Erzählung. Unrasiert, O-beinig und nach jedem Sieg wischt er sich den Schnodder von der Nase. Der Reisbauer wird nicht romantisiert und genau das ist der Punkt, weshalb es mir soviel Spaß macht, einen in einem Hack’n’Slay zu spielen.

Aber Gonbe ist nicht allein unterwegs. Seine Freunde rufe ich auf den Plan, wenn ich zu einer Waffe wechsele, deren Seele voll aufgeladen ist (Im Hauptspiel führe ich auf diese Weise einen bildschirmfüllenden Schwertschlag aus). Hier offenbart sich dann eine Art Striker-System, entliehen bei der King of Fighters Serie. Dieser Striker imitiert meine Bewegungen und sorgt so für doppelte oder, bei entsprechender Kombination, sogar dreifache Schlagkraft. Gonbes in jungen Jahren verstorbene Frau begleitet ihn ebenfalls auf seiner Reise und greift diesem wortwörtlich unter die Arme, wenn ich ihn durch Bäume oder über Abgründe springen lasse, was zu einer Art semi-gutem Flugmanöver führt und mir hilft, die zahllosen verlorenen Seelen aufzusammeln, mit denen ich Gonbe neue Angriffs-Techniken beibringen kann.

So unterscheidet sich dieser Teil der Genroku Legende sehr stark vom Rest und genau das habe ich offenbar gebraucht, um meine Liebe zu Muramasa aufzufrischen. Jetzt warte ich doch noch gespannt auf die vierte und letzte Erweiterung, die ja an einen meiner Lieblings Manga, Urusei Yatsura, angelehnt sein soll. Und, was soll der Geiz, die dritte Erweiterung kauf ich jetzt auch gleich noch. Ninja sind ja eigentlich doch ganz okay.