Gantz: 0

Am 22. Februar 2017 in film

Eigentlich haben wir „Ganz: 0“ gestern Abend bei Netflix nur mal interessehalber angemacht, weil wir anhand der Vorschaubilder nicht ausmachen konnten, ob es sich nun um eine animierte oder eine Live-Action Adaption handelt. Letzteres mag ich ja lieber und kann mal sehr gut (Kenshin, Kenshin Zwei und Drei) und auch mal ganz mies (Kamui) ausfallen. „Gantz: 0“ ist dann aber doch nur ein am Computer entstandener Film, der sich technisch immerhin auf dem Niveau guter Videospiel-Zwischensequenzen bewegt. Das tut er überraschend unterhaltend. Ganz einfach weil er sich in seiner Rolle als Actionfilm sehr wohl fühlt und keine Anstalten macht, ihr für längere Zeit zu entfliehen. Es wird eigentlich immer gekämpft. Nach den ersten zehn Minuten wird die Hintergrundgeschichte knapp erklärt und schon befindet sich der frisch gestorbene Kato in einem Videospiel-ähnlichen Nachleben, in dem es darum geht große Mengen an japanischem Mythen-Viehzeugs für Punkte abzuschlachten. Das ist überraschend kurzweilig, denn „Gantz: 0“ setzt beim Monster-Design und bei den Arten diese möglichst verspielt wieder zu zerkleinern auf Fantasie und Vielfalt. Das Drama hält sich dabei in sofern zurück, dass es, falls es doch mal aufkommt, von zerplatzenden Köpfen, abgerissenen Extremitäten oder drölf Eimern CGI-Blut entweder gleich wieder weggespült oder zumindest deutlich aus dem Konzept gebracht wird. Da ist die Filmlänge von lediglich 90 Minuten ein Optimum und der Grund, warum sich keine durch generische Action hervorgerufene Müdigkeit einstellt. Für einen relativ aktuellen Blick über den Tellerrand der Manga- und Anime-Verfilmungen ist dieser Film genau das richtige.