Fu'un Shinsengumi

Am 19. September 2014 in spiel chambara

Genkis Historien-Spin-Off der Kengou Reihe befasst sich mit der Elitetruppe Shinsengumi und ihrem Kampf gegen die politische Veränderung in Japan. Die Story beruht auf wahren Vorkommnissen und ihr dürft japanische Geschichte nachspielen. Im Spin-Off der Kengou Serie widmen sich die Entwickler den Shinsengumi, den Wölfen von Mibu, einer Eliteeinheit zur Bekämpfung der Shogunatsgegner nach der Öffnung Japans, deren tragischer Höhepunkt der Zusammenstoss der zwei Fronten nach dem Überfall auf das Ikedaya Restaurant im Jahre 1864 mit zahllosen Toten und Verwundeten war. In Fu’un Shinsengumi könnt ihr nun die Geschichte bis zu deren Ende, in der Schlacht bei Toba Fushimi in der Rolle der Wölfe mit all ihren wichtigen Geschehnissen nachspielen.

Dabei bedient sich Genki der bewerten Technik der Kengou Serie und vereint sie mit einem missionsbasiertem Gameplay. Ihr schlüpft in die Rolle eines Shinsengumianhängers, den ihr von Beginn des Spiels an, Tag für Tag bei seinen Pflichten begleitet. Sei es das Trainieren im Dojo, das Stöbern in den Archiven nach Informationen über Gegner und Verbündete, oder dem eigentlichen Kern des Spiels, dem Ausführen von Missionen.

Letztere finden in wunderschön gestalteten Leveln statt, die an grafischer Pracht nicht geizen und deren Straßen mit allerlei Menschen gestreut sind. Von routinierten Nachtwächtern, über sich unterhaltende Dorfbewohner bis hin zu hinter Bambusgittern wartende Prostituierte gibt es einiges, was den digitalen Karten ein sehr interessantes Leben einhaucht. Ihr schlendert durch Gassen, überquert mächtige Holzbrücken und inspiziert Teehäuser, immer auf der Suche nach potentiellen Gegnern des Shogunats.

Dabei seit ihr oftmals nicht allein unterwegs, sondern stellt an Hand der euch zur Verfügung stehenden Punkte ein Team von maximal drei Assistenten zusammen, die euch bei den gestellten Aufgaben unterstützen. Und da wird es interessant. Als Anführer des Einsatzkommandos habt ihr im Spiel nämlich die Möglichkeit das Verhalten eures Teams mitzubestimmen.

Mit den Schultertasten könnt ihr zwischen vier Aufstellungen wechseln, die jeweils die Position des Teams relativ zu eurer eigenen bestimmt. Seid ihr z.B. umzingelt, ist es ratsam die Mitglieder um sich herum mit der Waffe nach Außen zu positionieren. Ein Angriff auf eine einzelne Person ist taktisch klüger, wenn man diese umkreist usw.

Das ist aber noch nicht alles. Wer für eine Teamattacke mit einem oder mehreren Kollegen im richtigen Abstand zum Gegner steht, bekommt dies durch ein hektisches Blinken über der Lebensanzeige des jeweiligen Mitstreiters angezeigt. Drückt ihr nun schnell die Kommandotaste, führen alle Involvierten eine spezielle Attacke aus, die den Gegner mit meist eben soviel Einfallsreichtum wie Blut ins Jenseits befördert.

Sehr schön ist auch die Idee, seine Soldaten zu Hilfe rufen zu können, wenn man gerade von einem Gegner in die Enge getrieben wird. Dieser wird dann von freiem Personal in die Mangel genommen und ihr habt ein wenig Zeit euch zu sammeln. Klingt nicht nach Bushido, folgt aber den Regeln der Shinsengumi, in deren Reihen das Leben des Anführers einer Gruppe über das der Gefolgsleute gestellt wurde und so tun diese alles, euch mit heiler Haut aus den Missionen zu bringen, um nicht mit dem rituellen Selbstmord bestraft zu werden.

Der eigentliche Schwertkampf ist weitgehend von Kengou 2 übernommen, bietet aber bereits das vereinfachte Formensystem vom dritten Teil, allerdings mit der Möglichkeit diese von Anfang an zu editieren. Im Kampf habt ihr dieses Mal lediglich zwei offene Formen und eine Iai-Form für Techniken des Schwertziehens zur Verfügung. Mit den ersten beiden Formen könnt ihr also gewohnt Schlag-, Hieb- und Stichkombinationen auf eure Gegner loslassen, deren Attacken durch optimal gesetzte Konter umkehren oder die defensive Stellung des Widersachers aufbrechen. All das in gewohnt guter Kengouqualität mit einem Schuss mehr Härte, die den Wölfen von Mibu ja nachgesagt wird.

So ergeben sich dramatische Szenen im Spiel, bei denen nicht Stil und Grazie sondern pure Gewalt das Geschehen bestimmen. Klingen werden in Rücken geschlagen, richten unvorbereitete Kontrahenten oder werden in zu Boden gestoßene Gegner gerammt. Manchmal auch von vier Leuten gleichzeitig. Und wenn es um das Wohl der alten Werte geht, greift man eben auch mal zu verpönten Methoden, wie einer Handfeuerwaffe. Genki macht keinen Hehl daraus, dass man bei den Shinsengumi nicht zimperlich mit den Waffen umging.

Beim Patrouillieren der Straßen ist aber trotz allem Vorsicht geboten. Wer mit gezogenem Schwert wie ein wilder Stier durch die Gassen fegt, riskiert eine Hysterie und schreckt evtl. gesuchte Gegner auf, die daraufhin die Flucht ergreifen. Wer gar Unschuldige mit dem Schwert richtet und dieses drei mal in einer Mission tut, der wird mit Seppuku, sprich dem Game Over bestraft.

Zwischen den Missionen dürft ihr der Storyentwicklung, die euch anhand von Zwischensequenzen präsentiert wird, beiwohnen. Ihr lernt wichtige Mitglieder des Shogunats oder der Shinsengumi kennen, erfahrt Verschwörungen oder seht nachgestellten historischen Ereignissen zu, wie etwa dem Mord an Kamo Serizawa. All das natürlich nur, wenn ihr der japanischen Sprache mächtig seid.

Fu’un Shinsengumi fesselt ungemein, kein Frage. Zwar kennt man einige Karten im Verlauf der acht Kapitel schon in- und auswendig, das ändert aber nichts daran, dass es immer wieder einen Heiden Spaß macht, mit der Gruppe in den Kampf zu ziehen um wieder mal Gerechtigkeit im Sinne des Shoguns walten zu lassen. Ob das nun richtig oder falsch ist, sei hier mal dahingestellt.