Frank

Am 18. Januar 2015 in film

Ein Indie-Film über eine Band, die experimentelle Musik macht, der junge Gleeson aus Harry Potter und - Wartet, wartet - Michael Fassbender … der aber immer eine Maske trägt, die so ein wenig an Graf Zahl erinnert. Also ich zähle mal kurz durch … Oh, zwei oder drei von euch sind ja noch hier. Gut, dann versuche ich mal etwas über diesen Film zu erzählen.

Robert de Niro mag einmal gesagt haben, er könne eine Pizza spielen, da haben wir aber alle nur nickend gelacht und es trotzdem nicht geglaubt. Der Fassbender kann aus irgendeinem Grund mit einem Haufen Pappmachee auf dem Schädel umherlaufen und sein Schauspiel trotzdem, auch ohne Mimik erstklassig durchziehen. Da ist eine Pizza nicht mehr ganz so weit weg, möchte ich meinen.

Der Gleeson hat keine Maske auf. Der hat nur seine rote Matte, den kreidebleichen Dublin-Teint und spielt so augenscheinlich die einzige Figur in diesem Theater, der nicht irgendwann mal die Sicherung durchgebrannt ist. Zusammen mit Scoot McNairy, meinem Lieblings Indie-Texaner habe ich hier ein Trio, dem ich eh jeden Film abnehmen würde. Egal was.

Auch Musik, die teilweise in Sphären spielt, die ich mit den mir noch zur Verfügung stehenden Drogen (Koffein, Aspartam und Vitamalz) niemals erreichen könnte, mich aber ein, zweimal fast so weit hatte, dass ich es hätte darauf ankommen lassen. Fast, denn Frank ist ein Film über Dinge, die man mit viel Einsatz aufbaut und über Hinterteile, mit denen man diese wieder einreisst. Das ist Programm und wird konstant durchgezogen. Eben auch bei der Musik, die so zum Beispiel nie den hypnotischen Höhepunkt eines vergleichbar experimentellen “Only Lovers Left Alive” Soundtracks erreicht, was dann aber eben auch Absicht ist und unterm Strich wieder passt.

Kurzweiliges, aber deutliches Arthouse Kino mit richtig schrägen Figuren und einem ganz großartigen Ensemble. Traut euch!