Don't Breathe

Am 4. Dezember 2016 in film

„Wenn es irgendwo im Universum ein Fantasy Filmfest gibt, bist du in Hannover am weitesten davon entfernt.“

– Luke Skywalker

Ein einziges Fantasy Filmfest hatten wir mal, seit dem sind die Veranstalter schlauer und schauen jedesmal beschämt auf den Boden, wenn jemand im Vorfeld aus Versehen Hannover sagt. Damit muss ich leben und geduldig darauf warten, dass die Titel, die auf den Filmfesten gezeigt werden, irgendwann mal bei iTunes auftauchen. Aktuell tun das „Don’t Breathe“ und meine koreanische Zombie-Hoffnung „Train to Busan“. Weil letzterer aber erstmal nur zum Kauf und nicht zum Leihen zur Verfügung steht, (eine Handhabung, die sich in Zeiten von florierenden illegalen Onlinestreamings irgendwie sehr ignorant anfühlt, liebe Industrie) haben wir uns halt erstmal die US-Version von „Don’t Breathe“ ausgeliehen.

Horror (ohne Zombies) ist ja eigentlich so gar nicht mein Genre, weshalb „Don’t Breathe“ eine echte Ausnahme hier in diesem Wohnzimmer ist. Der Trailer und ja, auch die Stimmen zum Film waren allerdings so interessant, dass mein Hype Train nach Busan extra einen großen Umweg über das verlassene Detroit gemacht hat. Die heruntergekommene Ex-Autohochburg ist dann ja auch wieder etwas, was ich in Filmen sehr gerne sehe, da dort immer automatisch ein atmosphärisch düsterer Unterton mitschwingt. Und düster ist er, dieser „Home Invasion Schocker“, in dem der scheinbar leichte Einbruch einer Gruppe Teenager bei einem blinden Kriegsveteranen deutlich in die Hose geht. Er ist durchweg spannend und liefert, trotzt vorangegangener Skepsis meinerseits und der recht einfach gestrickten Handlung, genügend Abwechslung, ohne Längen aufzuweisen.

Die volle Wirkung mag mir als Genre-Fremdem verborgen geblieben sein, weshalb ich ihn am Ende zwar gut, nicht aber überragend großartig fand. Das mag unfair sein, dafür attestiere ich Stephen Lang aber eine großartige Leistung beim albtraumhaft guten Spielen des gebeutelten Kriegsveteranen. Das macht den Ausflug ins Horror-Genre auch für Fremde wie mich zu einer sicheren Empfehlung.