Dom Hemingway

Am 28. Juli 2014 in film oberlippenbarthouse

Eigentlich ist alles, was in diesem Film nach den ersten fünf Minuten passiert irrelevant. Wegen eben dieser fünf Minuten. Die fucking fünf Minuten in Jude Laws (Film-)Leben schlechthin. Diese sind vornehmlich dem Schwanz seines Alter Egos Dom Hemingway gewidmet. Und mir war da schon klar, dass es mir scheiß egal sein würde, wie der Film weitergeht. Er hatte da diesen Schalter umgelegt, der mich nur noch grinsen ließ.

So ein bisschen hatte ich nach der großartigen ersten Hälfte des Films dann aber doch das Gefühl, dass da irgendwer immer dann auf die Bremse trat, wenn der Film damit drohte wieder krasser abzudriften. Das blöde daran: Zu Laws Rolle passt eigentlich nur “krass”. Das fühlt sich irgendwann in etwa so an, als würde der Regisseur mit einem tollwütigen Dobermann (Jude Law) Gassi gehen.

Bis das geschieht, ist Dom Hemingway einer dieser Typen, über den sich andere Typen in Filmen von Guy Ritchie und Matthew Vaughn krasse Geschichten erzählen, die dann in überzeichneten Retrospektiven eingespielt werden. Die heißen Bullet Tooth Tony, Boris the Blade oder eben Dom Hemingway. Dom Hemingway hätte die Geschichte hinter einer solchen Geschichte werden können.

Am Ende gewinnt dann aber weder Dom Hemingway noch der Zuschauer wirklich, weil der Film zwanghaft versucht, sich irgendwo in der Mitte einzupendeln, um es doch noch allen recht zu machen. Na toll.