Deadpool 2

Am 31. Mai 2018 unter film oberlippenbarthouse

Den ersten Deadpool verstand ich als Kritik auf die Industrie der Superheldenfilme und deren gelegentlich sehr ausladende, generische Ausschweifung in allzu belanglose CGI-schwangere Superduelle, die in bekannte wie kompakte Geschichten zu Stangenware verarbeitet sind. Das Problem: Während sich Thor, Iron Man, die X-Men und allen voran Logan weiterentwickelt haben, litt Deadpool abseits des bitterbösen Humors und dem bis dato in Superheldenfilmen unbekannten Grad an Gewaltdarstellung an genau diesen Problemen und ist damit mittlerweile sozusagen eine Parodie auf sich selbst und die Avengers vor Thanos.

Das wurde mit Teil Zwei tatsächlich in die richte Richtung korrigiert. Denn genau wie der Humor nochmal großartiger und die Gewalt noch blutiger geworden ist, passieren jetzt auch mal Dinge, die nicht komplett vorhersehbar sind. So hatte ich bei Deadpool 2 nun endlich auch das Gefühl, einen Film aus dem X-Men Universum zu sehen, obwohl sich der Kern der Mutanten Prominenz natürlich weiterhin rar macht und Fox sich hüten wird, die Verbindung hier enger zu schnüren als eine stichelnde Bemerkung aus dem Munde Deadpools.

Das ganze gipfelt in zwei köstlichen Szenen im Abspann, die an Selbstironie kaum zu überbieten sind. So ist Deadpool 2 für mich der Überraschungshit des bisherigen Jahres und definitiv eine Empfehlung für alle, die den Humor des ersten Teils vertragen und die sich nicht an überzogenen Gewaltszenen stören.