Dawn of the Planet of the Apes

Am 7. Dezember 2014 in film

Wahrscheinlich haben John Clarke und Gary Oldman ob der Arbeit von Andy Serkis und den anderen Affen-Darstellern in diesem Film einfach resigniert, weil sie wussten, dass sie da nicht mithalten konnten. Oder war die blasse Darstellung dieser beiden nassen Handtücher, für die Charlton Heston nicht einmal sein Hemd ausgezogen hätte, Absicht? Ich weiß es nicht.

Ja, die CGI-Affen sahen gerade in den Nahaufnahmen wieder überwältigend gut aus, durften dann aber doch nur das nachspielen, was irgendwer nach dem Frühstück auf die Serviette seines Omelett Denvers gekritzelt und dann im Übereifer Skript genannt hat.

Da gab es mit „Rise of the Planet of the Apes“ einen absoluten Überraschungserfolg, weil das Team eben nicht über das Ziel hinausgeschossen ist, dafür aber den Fokus auf die Perfektionierung des Greifbaren legte, und dann wird genau diesem Team die Chance verwehrt, ihre Arbeit in einem zweiten Teil weiterzuführen. Weil das Studio darauf drängt, den Zeitplan einzuhalten.

Zugegeben, „Dawn“ ist trotzdem mutig. Ein Blockbuster, der dem Mainstream-Publikum dermaßen viele Untertitel vorsetzt, ist schon etwas besonderes. Dafür muss der Zuschauer aber auch keine Angst haben, dass ihm irgendwas entgehen könnte, denn ihm wird nichts, aber auch gar nichts zugemutet und alle Anzeichen einer Wendung sind bereits in den ersten zehn Minuten klar und werden vorbereitet, dass später niemand mehr sagen kann, er hätte nichts bemerkt. Spannend.

Ich hätte mir gewünscht, dass Matt Reeves nicht ausgerechnet jetzt auf die fixe Idee gekommen wäre, der nächste James Cameron zu werden, dass der ansonsten strunzdumme Koba nicht nur die eine einzige, ganz großartige Szene bekommen hätte und dass der neue Maßstab in Sachen von Computer animierten Primaten, nämlich der angsteinflößende Blick von Caesers Sohn Blue Eyes, irgendeine Rolle im Film gespielt hätte. Um es weihnachtlich mit den unsterblichen Worten des großen Bernd Stromberg abzuschließen:

Da wünschst du dir wochenlang ein Bonanza-Rad oder was anderes Schönes - und was kriegste am Ende? Einen kratzigen Pulli.