Catlateral Damage

Am 27. Juni 2015 in spiel

Wenn neben eurem Kleiderschrank die Ikea Fusselrollen stehen, die Badezimmertür nicht geschlossen sein darf und eure Möbel, im Gegensatz zu einem in der Ecke stehenden, sich langweilenden Kratzbaum, aufs äußerste lädiert sind, dann seid ihr ziemlich wahrscheinlich Besitzer mindestens einer Katze. Oder ihr habt Schuppen, eine sehr schwache Blase und sehr lange Fingernägel. Nein, ihr habt dann ganz sicher eine Katze. Ich fühle mit euch.

Katzen sind unberechenbare Killer, überaus destruktiv und verdammt gut darin, ihr Unbehagen auszudrücken, wenn es um die Futtermoral von Frauchen oder Herrchen geht. Dann sitzen sie graziös auf der Anrichte und blicken einen kalt und leer an, während die Pfote gekonnt einen Kugelschreiber, den wichtigen Notizblock oder das Glas Wasser mit einer frischen Scheibe Zitrone von eben dieser Anrichte schubst. Auf den wichtigen Notizblock.

Dank der erfolgreich abgeschlossenen Catlateral Damage Kickstarter Kampagne kann ich jetzt endlich auch Katze und scheiße sein. Auf meinem MacBook. Mit Maus und Tastatur. Himmel, ist das ungewohnt. Ich mag es nicht, irgendwas mit der Tastatur zu bewegen und ich kann es auch nicht. Aber ich übe und dieser Katzensimulator ist genau das richtige dafür. Allerdings nicht im Hauptmodus, weil der mir immer ein straffes Zeitlimit aufdrückt, welches ich aufgrund meines Handicaps, Maus und Tastatur nicht als Eingabemedium für Spiele zu akzeptieren, wenn überhaupt nur knapp bewältige. Da ist der Katzenklo Modus schon besser. Ohne Zeitlimit gilt es, so viele Dinge wie möglich aus Regalen und von Tischen auf den Boden zu schubsen. Bücher, Kissen, Fernseher, Konsolen. Einfach alles! Nebenbei füllen diese Gegenstände meine Sammlung auf, sofern es sich um Dinge handelt, die ich zum ersten mal abräume. Das hat alles ganz viel Katamari Damashii Charme und ist auf eine wunderbare Weise auch angenehm hypnotisierend. Man kann gut nachvollziehen, warum das einer Katze solch einen Spaß macht.

Und vielleicht kann ich deshalb demnächst auch darüber lachen, wenn unser Kater mit den Wäscheständer umkippt, dieser daraufhin ein Bücherregal ausräumt, in dessen Folge der erste Harry Potter Band auf der Kante des Macbooks landet, welches danach einen doppelten Salto auf das Laminat macht. Neben den demolierten Resten des Macbooks liegt dann der aufgeschlagene Potter Band, auf dessen Seiten Professor Dumbledore gerade im Privet Drive vor der Hausnummer Vier mit einer Katze spricht. Nee, ich lache wohl auch zukünftig nicht darüber.