Buzzard

Am 22. März 2015 in film

Die ersten zehn Minuten von Buzzard reichen aus, den mittelgroßen Saal einer auf den Massenmarkt ausgerichteten Kinokette komplett leerzufegen. Ich liebe die ersten zehn Minuten von Buzzard. Im Film geht es um Marty, der auf düstere Metal-Musik und Horrorfilme steht und im persönlichen Krieg mit dem System stetig versucht, dieses zu seinem Vorteil zu betrügen. Mit möglichst wenig eigener Arbeit. Buzzard zeigt hier eine Momentaufnahme, als Martys Leben droht, an dieser Rebellion zu zerbrechen. Interessant ist das Detroit, welches der Film dabei zeichnet, bestehend aus kargen Büro-Zellen, Motel-Zimmern und semi-hübsch ausgebauten Hobbykellern, in denen es zum Beispiel nur Retro-Videospielkonsolen zu geben scheint, obwohl Kinoplakate darauf hinweisen, dass der Film mindestens in den 2000ern spielt. Die letzten zehn Minuten von Buzzard sind mindestens genauso großartig wie die ersten, die Stunde dazwischen ist ein wertvoller Arthouse Trip. Es endet in einer wunderbaren Harmonie aus Minimalismus, Ästhetik und einem kleinen What-the-fuck-Moment. Ich attestiere Joel Potrykus (Autor) und Joshua Burge (Marty) auf Basis von Buzzard hier einfach mal eine potentiell glänzende Zukunft. Ich freue mich schon, mehr von den beiden zu sehen. Gerne auch wieder in einem gemeinsamen Werk, weil da die Chemie stimmt.