Boyhood

Am 11. Januar 2015 in film oberlippenbarthouse

Richard Linklaters Film ist ein Richard Linklater Film. Ein Dialogfilm in seiner reinsten Form, ohne größere Störungen oder gar so etwas wie einen Twist. Aber er ist auch ein Projekt, dessen erfolgreiche Durchführung nach zwölf Jahren Drehzeit alleine schon jeden Respekt verdient hat, den man als Zuschauer aufbringen kann. Und nebenbei bemerkt ist Boyhood nicht etwa langweilig, wie meine Einleitung es hätte vermuten lassen können. Er zeigt schlicht zwölf Jahre im Leben von Mason und seiner Familie, mit dessen Höhen und Tiefen. Jede Epoche in sich als Momentaufnahme. Ein (sehr) amerikanisches Before “Before” sozusagen, um mal auf Linklaters bekannte Trilogie anzuspielen. Auf seine Einzigart zeigt Boyhood aber eben auch zwölf Jahre im Leben Ellar Coltranes, Patricia Arquettes, Etahn Hawkes und all seiner anderen Schauspieler und das ist für mich als Zuschauer eine ganz wunderbare Erfahrung und für das Filmteam eine herausragende Errungenschaft. Apropos Ethan Hawke: Den mag ich in Rollen, in denen er bloß redet immer noch am liebsten und finde ihn auch hier wieder ganz großartig, aber wenn ich auch nur noch einen Film sehen muss, für den sich eine tragende Rolle einen Schnurrbart hat stehen lassen, laufe ich Amok mit einem Rasiermesser!