Blue Ruin

Am 19. Mai 2014 in film

Blue Ruin ist, bitte entschuldigt den Anglizismus, ein crowdfunded Revenge Movie. Das mag ich. Also Crofdfunded-Zeugs (Anglizismus nicht so sehr). Blue Ruin ist ein Autorenfilm von Jeremy Saulnier und derzeit zeitgleich zum US-Kinostart für sieben US-Dollar auch über ein US-iTunes-Konto zu leihen. Diese neue Welt des Films ist eine, die ich mag und die ich gerne unterstütze. Vor allem, wenn wie im Fall von Blue Ruin offensichtlich auch ein ganzes Stück Eigenkapital hinzugeflossen ist.

Ich möchte, dass Jeremy Saulnier in Zukunft mehr Filme machen darf und kann, denn dieser gefällt mir ausgesprochen gut. Und das, obwohl es bloß ein oller Rache-Streifen ist, der mitunter mit extremer Brutalität aufwartet. Das ist eigentlich gar nicht so mein Fall. Was mich an Blue Ruin reizt, ist der künstlerische Aspekt, mit dem Saulnier diesen Film in ein etwas anderes Licht rückt.

Das Blau im Titel ist das Konzept. Die blassen, kalten Bilder der Postproduktion sind in fast jeder Einstellung mit Aral-blauen Elementen angereichter. Aral-Blau, das ist dieses schöne Blau, in das ich, so glaube ich zumindest, eine ganze Weile einfach so hineinstarren könnte. Da Aral aber doof ist, nenne ich es hier ab jetzt aber einfach Leuchtblau. Ein Gießkanne, ein Lichtschein, ein Buch, ein Auto.

Überall werden meine Augen immer wieder von diesen Objekten abgelenkt. Immer wieder denke ich “Oh, Blau”. Das ist eine schöne Idee, macht den Film sehr ansehnlich und macht obendrein Lust auf mehr. Ich bin schon gespannt, ob Saulnier hier eine Reihe aufbaut oder in seinem nächsten Film etwas ganz anderes, ähnlich tolles parat hat. Wie dem auch sei. Ich bin auf jedenfall wieder dabei.