Black Coal, Thin Ice

Am 27. Oktober 2015 in film

Es ist ewig her, dass ich einen chinesischen Film gesehen habe, der a.) nicht in Hong Kong spielt und b.) nichts mit Kung Fu zu tun hat. Das war meine Motivation Black Coal, Thin Ice zu leihen, der es relativ frisch irgendwie auf den US Markt geschafft hat und das Genre des Thrillers bedient. Da habe ich einiges erwartet, aber mit derart kaputten Cops, einem gruselig kargen Bergbau Provinz Setting, dem übelsten China-Discopop und Schlittschuhen mit zentraler Bedeutung habe ich nicht gerechnet.

All das vermischt sich hier zu einem handfesten Kulturschock einer Kultur, die man lieber ganz schnell wieder vergessen möchte. Obendrauf gibt es noch fachmännisch geschnetzelte Leichen und ein Dutzend Unsympathen. Der Protagonist Zhang hätte mir nicht einmal einen Funken Mitleid abringen können, wäre er irgendwann einfach nackt in den Schnee gefallen und erfroren. Wenn ich so recht darüber nachdenke, hätte das kaum einer in diesem Film geschafft. Irgendwie gibt es hier nämlich nur Arschlöcher. Das alles ist eigentlich genau das richtige, wenn man mal Bock auf einen Blick über den cineastischen Tellerrand hat, aber irgendwie fehlte mir noch das gewisse Etwas, das diesen Film weniger wie ein fieberndes Delirium hätte wirken lassen.