Batman v Superman

Am 6. August 2016 in film

Ich bin noch nicht so richtig im DC Film- und Serienuniversum angekommen. Bei Archer waren mir alle viel zu hübsch, bei Gotham alle viel zu hässlich, der Rote Blitz läuft auf Kanälen, zu denen ich keinen Zugriff habe und nach Christopher Nolans großartigen The Dark Knight-Trilogie habe ich jetzt Angst, dass in der Post-Nolan-Ära alles wieder so wird, wie bei Grüne Leuchte mit Ryan Reynolds. Ein schrecklicher Gedanke. Und Man of Steel hat mich als Zack Snyder-Fan dermaßen enttäuscht, dass ich keine Lust hatte, mir Batman v Superman überhaupt anzuschauen. Superman fand ich ja als Kind schon doof, Batman nicht. Und der ist auch der einzige Grund, warum ich diesen Film zumindest noch auf Blu-ray sehen wollte.

Um die allgemeine Aufregung zu verstehen, habe ich mich einem selbstlosen Experiment hingegeben. Ich habe zuerst die normale Kinofassung und danach noch die längere, ultimative Version geschaut. Mit dieser heldenhaften Geschichte versuche ich natürlich nur zu vertuschen, dass wir aus Versehen die normale Fassung gesehen und erst beim Zurücklegen der Disc in ihre Leihhülle gemerkt haben, dass sich auf deren anderen Seite noch der Ultimate-Cut befindet. Ups!

Nichtsdestotrotz war das, was ich bereits in der normalen Fassung gesehen habe, nichts, über das ich mich auch nur ansatzweise so beschweren könnte, wie es bei Man of Steel der Fall war. Klar, überraschend ist die Story nicht und selbst wenn, hat Warners dilettantischer Umgang mit Trailern ja bereits im Vorfeld alle interessanten Punkte verraten. Dass die ultimative Schnittfassung in erster Linie nur Szenen nach vorne hin verlängert und diese dadurch mehr Sinn machen, schiebe ich auch mal den Warner-Menschen in die Schuhe, die wahrscheinlich einfach keinen drei Stunden langen Film ins Kino bringen oder sich noch etwas für die Blu-ray überlassen wollten. Und was man so hört, ist das auch bei David Ayers Suicide Squad, der anstehende neue Film des DC Universums, nicht anders. Klingt für mich nach einem selbstgemachten Studioproblem.

Am Ende gefiel mir vor allem Jesse Eisenberg als Lex Luthor ganz großartig. Ben Affleck als Batman fand ich … okay. Mein Lieblings-Batman bleibt Keaton, aber nach Christian Bale hat er mit Affleck nun zumindest mal eine richtig tolle Stimme. Ebenfalls positiv zu vermerken ist die nur kurz im Vorspann abgehandelte Herkunft der Fledermaus, die wir nun ja auch schon mehr als genug gesehen haben und die wir, darauf verwette ich meinen Batman gegen Lupus-Comic aus den Achtzigern, im nächsten Batman-Film wieder sehen werden. Dass Lex Luthors Beweggründe zu keinem Zeitpunkt so richtig erklärt werden, wirkt erst einmal seltsam, ist am Ende aber auch irgendwie egal. Es ist halt Lex Luther und der ist nunmal der Antagonist von Superman, was ebenfalls schon mehr als einmal erklärt und sicher auch mal begründet wurde.

Aber, und hier kommt mein größter Kritikpunkt an Batman v Superman: Irgendwann kommt es zu einem für mich völlig befriedigenden Finale und dann reicht das wieder nicht. Kein Superhelden-Film ohne einen generischen Kampf gegen computergenerierte, gesichtslose Widersacher. Das muss eine Hollywood-Regel sein, der man sich offensichtlich nur schwer entziehen kann. Bis dahin wurde ich aber gut unterhalten und das ist ja schon viel mehr, als ich überhaupt erwartet habe.