Avengers: Infinity War

Am 2. Mai 2018 unter film

Avengers Infinity War ist da und schlägt ein wie der Hulk beim High Five. Fans des Marvel Kino Universums sind begeistert und artikulieren Lobeshymnen über dessen Perfektion. Das muss ich als jemand, der die ersten beiden Avengers Teile allenfalls als generische CGI-Actionkost empfand und dem dritten Teil immer noch übel nehme, dass er sich als Captain America Film ausgegeben hat, schlicht anerkennen. Und auch wenn Infinity War für mich keine große Kinokunst ist, so wurde ich doch durchgehend gut unterhalten.

Ich kann gerade die Disney Superheldenfilme nur schwer ernst nehmen und mag es, wenn sie es selbst auch nicht tun. So, wie die Guardians Filme. Daher fühlte ich mich in deren Szenen auch immer noch am wohlsten. Hätte man den Fokus hier und da mal von der technischen Perfektion weg und hin zur handwerklichen Meisterschaft gesetzt, hätte mir der Film persönlich noch besser gefallen. Aber auch die Tatsache, dass gefühlt 30 Helden in den Plot gepackt wurden und sich der Film weder gehetzt noch gestopft anfühlt, ist durchaus eine Meisterleistung. Und was mir an Momenten fehlte, die im Kopf zum Nachdenken überdauern, wird dadurch wett gemacht, dass ich mich nun damit beschäftige, wo genau nochmal welcher Infinity Stein herkam und wie er verdammt nochmal dahin gekommen ist. Smarter Move, Marvel. Smarter Move.

Und wenn ich mir das doch recht krasse und wirklich großartig ausgedachte Ende anschaue, muss ich den Verantwortlichen auch Respekt für deren Mut zollen. Wenn da nicht eine winzige Kleinigkeit wäre, die diesbezüglich noch zu klären wäre: Infinity War wäre für mich wirklich etwas Besonderes, wenn hier Schluss wäre. Jetzt schnipsen die eingefleischten Marvel Pros mit den Fingern und wollen mir erzählen, dass hier tatsächlich eine Phase zu Ende geht. Ja, aber es ist halt nicht wirklich vorbei. Und bevor ich nicht mit Sicherheit bewiesen bekomme, dass in weiteren Filmen nicht doch noch jemand mit einem weiteren Infinity Stein, einer Zeitmaschine, Parallel-Universen-Gedöns oder dem guten alten History-Eraser-Button(tm) daherkommt und – Friede, Freude, Eierkuchen – alles wieder gut ist, halte ich mich mit der endgültigen Herausgabe von extragroßen Cochones noch zurück.

Meine Lieblings Marvelfilme kommen mit Logan und Days of Future Past weiterhin von Fox und nicht von Disney, aber Infinity War ist trotzdem der erste Avengers Film, den ich mag, und er hat auch mein etwas gedämpftes Interesse für das Marvel Kino Universum wieder voll entfacht.