Avengers: Age Of Ultron

Am 24. April 2015 in film

Die kurze Version:

Wenn ich einen Transformers Film gucken will, gucke ich einen Transformers Film. Und für’s Protokoll: Will ich nicht.

Die lange Version:

Ich bin kein großer Joss Whedon Fan. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass dieser Mensch eine große Fangemeinde hat, die ihn für das, was er tut, liebt. Weil er es auf eine ganz besondere Art tut. Avengers Age of Ultron ist kein Film, der mir in irgendeiner Weise besonders vorkam. Es ist auch kein Film, den ich diesem Joss Whedon zuschreiben würde. Alles, was Age of Ultron für mich darstellt, ist, um jeden Preis größer, schneller und lauter zu sein, als alle Marvel-Filme vor ihm. Das klingt nicht nach Joss Whedon, das klingt nach einem Menschen, der unter viel Druck irgendwann resigniert hat. In einem Interview scherzte Whedon, er hätte nach dem Erfolg von Guardians of the Galaxy auf einen Anruf gewartet, der ihm befehlen würde ein sprechendes CGI Tier einzubauen. Im fertigen Film wäre mir ein weiteres computeranimiertes Wesen ehrlich gesagt kaum noch aufgefallen, so vollgestopft mit alten und neuen Figuren aus dem Marvel-Film-Universum ist er. Da bleibt für Einzelne nicht viel Zeit. Außer für Hawkeye, der endlich ein bisschen mehr sein darf. Das sind dann auch die ruhigeren zehn Minuten des Films, in denen die Schauspieler einmal nicht bloß animierte Drahtgittermodelle mit Texturen sind, und prompt fing ein Kinogast neben mir an zu schnarchen.

Was ich hier schreibe ist nicht fair. Ich mochte Teil Eins ja auch nicht, ihr aber schon. Ich mochte Thor 2, Captain America 2 und Iron Man 3. Weil die teilweise weiter gingen, als bloß Superheldenfilme zu sein. Sie bedienten zusätzlich Subgenres, wie klassische Fantasy oder Spionage. Age of Ultron ist wieder bloß klassisches Superheldenkino und davon bin ich leider etwas enttäuscht.