American Gods

Am 23. Juni 2017 in serie

Die ersten acht Folgen von Bryan Fullers Serie American Gods, nach einem Roman von Neil Gaiman, sind ausgestrahlt, konsumiert und streckenweise mal mehr oder mal weniger gut verdaut. Mit Brian Fullers letzter Serie Hannibal um den gleichnamigen fiktiven Serienmörder bin ich nie richtig warm geworden und letztendlich auf halber Strecke der ersten Staffel kläglich verhungert. Zu stark lag mir dort der Fokus auf der expliziten Darstellung malträtierter Leichen, und auch wenn dieser Aspekt bei American Gods alles andere als zu kurz kommt, hält es sich im direkten Vergleich doch etwas zurück. Wenn man von der ersten Folge mal absieht. In der ausgesprochen hochwertig produzierten Serie ist der Name, wie schon im Buch, Programm: Gut ein Dutzend alter und neuer Götter geben sich im Verlauf der ersten Staffel ein Stelldichein, und nur selten die Hand, außer um den anderen damit zu erwürgen. Die Erzählung beschränkt sich hier fast ausschließlich auf die Hintergrundgeschichten aller beteiligten Pro- und Antagonisten, wobei noch offen ist, wer hier nun was ist. So bleibt am Ende ein zwar wunderhübsch anzusehender, dennoch aber sehr dünn ausgerollter Plot um den armen Shadow Moon, dessen Schauspieler Ricky Whittle die unangenehme Aufgabe hat, die meiste Zeit an der Seite der Charisma-Maschine Ian McShane zu spielen. Der Rest ist eine Ansammlung gepflasterter Wege für Staffel Zwei, auf die es nun zu warten gilt.