Alien: Covenant

Am 19. Mai 2017 in film

Seit ich Anfang der Achtziger heimlich durch den Türspalt zum heimischen Wohnzimmer der Eltern dabei zuschaute, wie John Hurt zuerst die Spaghetti Bolognese und danach einen extraterrestrischen Parasiten auf den frisch gedeckten Tisch brach, lässt mich die Kreatur des exzentrischen Künstlers Giger nicht mehr los. Anfangs war meinem elf- oder zwölfjährigen Ich zwar noch so mulmig zumute, dass es nächtelang das Licht anlassen musste, um überhaupt irgendwann einmal zu schlafen, aber schon ein paar Jahre später mit James Camerons Aliens wurde mir klar, dass diese Reihe etwas ganz besonderes ist. Und tatsächlich standen mir gestern, mittlerweile zu einem ebenso furchtlosen wie bärtigen Mann herangewachsen, die Haare im Nacken immer dann zu Berge, wenn wieder das eingängige wie einfache musikalische Alien-Thema von Jerry Goldsmith aus den Boxen schallte. Gepaart mit einem Gefühl schaurig schöner Nostalgie. Bis dahin wusste ich gar nicht, wie sehr ich einen Alien-Film auf der Kinoleinwand vermisst habe.

Covenant verknüpft die Handlung der Alien-Filme mit den Ereignissen des fünf Jahre älteren Prometheus und ist damit gleichzeitig ein Vor- und ein Nachfolger. Dessen bewusst, dass es weniger Freunde von Prometheus als von Alien und Aliens gibt kann dieser Satz gerne als Warnung verstanden werden. Katherine Waterston als Captain Daniels, der immer großartige Michael Fassbender als Android Walter und ein überraschend gut ins Team passender Danny McBride als Pilot steuern dann aber doch sehr zielsicher in die Sphere der Ur-Serie hinein. Und das kann jetzt gerne wieder als Entwarnung aufgefasst werden.

Audiovisuell setzt der Film für mich Maßstäbe, obwohl oder vielleicht auch weil mir die Lautstärke des lokalen Astor-Kinos beinahe das Gehirn zermatscht hätte. Überall blinken und leuchten herrlich gestaltete Displays, der Bordcomputer Mother kommentiert gewohnt gleichgültig Katastrophen sowie Einzelschicksale und es knarrt und knirscht schweres Gerät, während es zu fantastischen Partikel-Effekten anderes schweres Gerät zerstört. Beeindruckend.

Der Handlung gelingt dabei ein Balanceakt zwischen dem Beantworten einiger offener Fragen und einem verspielten Körperteil-Bingo bezüglich des Ausbrütens neuer Parasiten. Ein Kniff nach der ersten Hälfte des Films bringt das Ganze richtig ins Rollen und entschädigt für die mit dem Zaunpfahl ins Gesicht angedeutete und für alle außer den Protagonisten ziemlich vorhersehbare Wende am Schluss des Films. Wenn das Licht im Saal angeht und das Blut literweise am Schiffsboden stockt, entsteht im Gesamtbild ein wunderschön geschwungener Pfad zu kommenden Alien Filmen. Das ist so philosophisch. Könnte auch von Walter sein.