300: Rise Of An Empire

Am 4. Juli 2014 in film

Oha. Was bewegt mich eigentlich dazu, so etwas anzuschauen? Vielleicht ist es das Bedürfnis, irgendwo ganz tief in mir drin, den Film „300” noch einmal zum ersten Mal sehen zu dürfen. Das klappt natürlich nicht, aber oft lässt man es dann doch drauf ankommen. Außerdem hat Peter Jackson mit dem zweiten Hobbit-Film die Messlatte für Film-Nachfolger so niedrig gehängt, dass ein „300” da eigentlich gemütlich drüber hinweg spazieren müsste. Und da wäre da noch unser Sohn, der ihn unbedingt sehen wollte. Der muss noch lernen, wie gemein Fortsetzungen sein können.

Und dann fängt das Ganze gar nicht so übel an. Dynamik, Zeitlupen, Farbfilter, überzeichnete Action und ignorant englisch ausgesprochene griechische Namen. Mehr braucht so ein Film nicht und genau das bietet er auch. Natürlich alles mindestens eine Stufe hinter dem Original-Film, aber anfangs immer noch vertretbar. Bis auf die Hauptrollen. Wenn ein Studio mit einem zweiten Teil eine schnelle Mark machen will, steht eben nicht mehr die Elite der Schauspieler vor den Toren Schlange. Trotzdem hätte man da bestimmt mit etwas mehr Mühe noch etwas weniger blasses heranziehen können.

You fight much harder than you fuck!

Vielleicht auch nicht. Dieses Defizit macht „Rise Of An Empire” dann jedenfalls auch nicht mit computergeneriertem Blut wett. Liebe Filmemacher: Computergeneriertes Blut sieht nie gut aus. Auch nicht, wenn ihr es aus Kübeln regnen lasst. Auch nicht, wenn ihr es aus noch mehr Kübeln regnen lasst. Himmel, irgendwer muss doch bei der Post-Produktion gesehen haben, wie dämlich das aussieht und hätte etwas sagen müssen. Das ist doch hier nicht Sharknado 2!

Zwischendurch wird natürlich wieder viel und stolz vor hunderten eingeölten, echten Männern umhergelaufen und ganz, ganz viel in deren Richtung geschrien und dabei das Pathos geprügelt, bis es grün und blau ist. Zum Glück schreien nach solchen Reden immer alle zurück und ich wache wieder auf. Pünktlich zur obligatorischen Sexszene. Die war aber gut!

Am Ende steht dann das Computereffekt-geschwängerte Finale, mit dem Charme eines adipösen Grottenmolchs so da und ich will einfach nur, dass es aufhört. Was habe ich denn jetzt gelernt? Na klar: Spartiaten sind rot, Athener sind blau. Ich bin gespannt, ob die bisher nicht so gut weggekommenen Arkadianer dann im sensationellen dritten Teil die Hauptrolle spielen und wenn ja, welche Farbe die dann kriegen. Und ob endlich ein riesiges Holzpferd drin vorkommt. Und was hat unser Sohn gelernt? Das man Fortsetzungen nicht trauen darf. Na bitte.