Am in

Von Pixar mag ich ja eigentlich nur die kurzen Werke. Bei den abendfüllenden Filmen sehe ich oft ganz großartige Ideen, aber auch viel verschenktes Potential und zwei Portionen zu viel Disney für meinen Geschmack. Nachdem mich die (https://donswelt.github.io/big-hero-6) Big Hero 6) aber dazu brachten, meine grundlegend abwertende Haltung gegenüber animierten Familienfilmen im Allgemeinen zu überdenken, fiel es mir schon nur noch halb so schwer, unsere Tochter in Inside Out (hierzulande Alles steht Kopf) zu begleiten. Immerhin wusste ich, dass es einen tollen Pixar Vorfilm geben würde. Und Vorfilme können sie ja.

Die daraufhin folgenden fünf Minuten Lava waren vielleicht die längsten meines Lebens und wurden in Sachen qualvolle Erfahrung höchstens noch von der viel zu niedrig dosierten, örtlichen Betäubung bei meiner Vasektomie übertroffen. Ich übertreibe, ja, aber dieser nicht enden wollende Gesang war schlicht furchtbar. Meine Augen konnten nicht begreifen, was meine Ohren da mit anhören mussten und drohten mit Schockschielen. Ich wäre am liebsten aus dem Kino gerannt, als endlich der Hauptfilm anfing und ich meinen Glauben an Pixar zurück gewinnen sollte.

Inside Outs Interpretation menschlicher Gefühle eines Teenagers ist höchst innovativ, mutig und in Teilen auch sehr unkonventionell. Und Inside Out ist ein Film, der sich zu keiner Zeit hinter seinen Animationen verstecken muss. Hätte Jean-Pierre Jeunet dieses Drehbuch vor zehn Jahren verfilmt, es wäre sicher ein ziemlich ähnlicher Realfilm dabei herausgekommen. Der Humor ist intelligent und trotzdem für Kinder und Erwachsene verständlich, was in einer Zeit, in der Humor für Erwachsene gemischt mit Slap Stick für Kinder der Status Quo im Familienfilm zu sein scheint, durchaus das schwierigste Unterfangen gewesen sein dürfte.

Und damit hat sich Inside Out einen kleinen Platz in meinem Herzen erspielt. Und einen fast schon sicheren Platz in meiner Jahres Top Fünf. EIN. ANIMATIONSFILM. IN. MEINER. JAHRES. TOP. FÜNF. Ich bin begeistert.