BlacKkKlansman

Am 17. September 2018 unter film

Ihr solltet unbedingt BlacKkKlansman, den neuen Film von Spike Lee über den afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth, der sich undercover in den Ku Klux Klan einschlich, sehen. Es ist nämlich nicht bloß ein sehr lustiger Film, den Lee gewohnt souverän mit seiner persönlichen Handschrift umgesetzt hat. Es ist auch ein Film, der von einer Sekunde auf die andere sehr traurig sein kann. Und zwar immer dann, wenn dessen Thematik nicht mit Galgenhumor vermittelt wird, sondern mit der knallharten Wahrheit. Wenn der in den Siebzigern angesiedelte Film unsere gegenwärtige Gesellschaft kritisiert und das Schrecklichste an diesen abstrakten Szenen die Erkenntnis ist, wie abstrakt die Realität bereits geworden ist. Oder wenn der Kinosaal am Ende des Films schweigt, weil allen das Happy End im Halse stecken geblieben ist. Das ist dann zwar ein sehr trauriger (und nicht weniger bewegender) Moment, er schafft aber auch die Gewissheit, dass gesunder Menschenverstand scheinbar noch nicht ganz ausgestorben ist. Für mich ist BlacKkKlansman einer der bisher wichtigste Film dieses Jahres. Wenn nicht sogar der letzten zehn Jahre.


Donut County

Am 17. September 2018 unter spiel

Als ich das erste Mal von Ben Espositos Donut County las, hieß es noch gar nicht Donut County und war lediglich eine blinkende Webseite in den Weiten des Internets, dessen RSS Feed im Laufe der Jahre einschlief und letztendlich den ewigen Frieden fand. Umso überraschender war für mich die Neuigkeit, dass Donut County letzte Woche auf diversen Plattformen von Jenova Chens (Journey) Videospielsparte des Indie Publishers Anna Purna veröffentlicht wurde.

Donut County, dessen Spielidee ein Loch zu sein auf einem Tweet der Peter Molyneux Parodie Molydeux basiert, habe ich vom ersten Screenshot an ins Herz geschlossen. Ich gebe zu, dass ich mir in Zeiten herz- und seelenloser Endlos-Runner auf Smartphones, insgeheim wünschte, hier endlich die ersehnte Ersatzdroge für längst überfällige Katamari Spiele zu bekommen. Aber das ist es definitiv nicht, auch wenn sich Design und Humor nachbarschaftlich mit dem Prinzen die Klinke in die Hand drücken.

Donut County möchte uns eine Geschichte abwegig und verspielt verpacken und das gelingt dem Spiel ganz wunderbar. Als Loch im Boden bewege ich mich unter herumliegende Gegenstände, um diese in mir verschwinden zu lassen. Jedes Objekt, das im Loch endet, vergrößert dessen Durchmesser, woraufhin ich wiederum größere Teile verschwinden lassen kann und so weiter und so fort. Immer wieder bringen kleine Spielereien mit dieser Mechanik und sich daraus ergebende kleine Rätsel Abwechslung in den Spielablauf.

Was Donut County nicht ist, ist ein Spielplatz. Alles ist ziemlich linear und selten bis gar nicht führt mehr als ein Weg zum Ziel. Die Müllkollektion macht zwar auf den ersten Blick Hoffnung, dass hier Level mehrmals angegangen werden können, um irgendwann alles gesammelt zu haben, entpuppt sich dann allerdings als pure Kosmetik, da ein Abschnitt nur beendet werden kann, wenn eh alle Gegenstände im Loch verschwunden sind. Nach dem Durchspielen habe ich daher gerade kein Bedürfnis, das Spiel noch einmal anzugehen.

Das ändert natürlich nichts daran, dass Donut County durchzuspielen trotzdem Spaß gemacht hat. Schon allein deswegen, weil alles ein bisschen plemplem ist und das Spiel technisch wirklich astrein umgesetzt wurde. Erwerben könnt ihr den Titel auf Steam, GOG, Playstation 4, iOS und MacOS.


Auf dem Sofa

Am 7. September 2018 unter ansage

Jetzt aber schnell alle Man Behind The Sun Aktien verkaufen. Mit diesem Song habe ich nämlich meine gesamte Street Credibility verspielt. Ich wollte seriösen Hip-Hop aufnehmen, hat aber nicht geklappt und Auf dem Sofa ist dabei rausgekommen. Menno.


127 kB für No Man's Sky

Am 31. August 2018 unter spiel nomanssky

Ein Gek und das offizielle Log des Hubs

Letzte Woche wurde ich von dem Gerücht überrascht, dass es das von mir gestaltete Logo für das Galactic Hub Projekt, eine Vereinigung von Spielern, die gemeinsam ausgewählte Regionen im Spiel No Man’s Sky erkunden, in den Code des Spiels geschafft hat. Gestern, mit dem Erscheinen der Version 1.58 bewahrheitete sich das in der Community bis dahin noch umstrittene Gerücht dann. Das Hub und mein Logo, welches zu Begin des Projekts im Rahmen eines Wettbewerbs auf Reddit zum offiziellen Emblem gewählt wurde, befindet sich ab jetzt offiziell im Spiel. Ihr könnt es für 400 Quicksilver, eine neue Währung für Community Events, in einer der zahlreichen Weltraum Anomalien erwerben und damit eure Basis schmücken. Es ist also offiziell: Ich habe circa 127 kB zu meinem Lieblingsspiel No Man’s Sky beigetragen. Mind blown!


Wayfarers

Am 28. August 2018 unter buch

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, die Expanse-Buchreihe zu lesen, und seitdem höre und lese ich lediglich Science-Fiction Bücher. Ganz doll ans Herz legen möchte ich euch zu diesem Thema daher hier und jetzt die Wayfarer-Reihe von Becky Chambers. Das sind aktuell drei Bücher, und auch wenn das Raumschiff im Mittelpunkt der ersten Ausgabe die Wayfarer ist, ist nicht dieses Schiff der Namensgeber der Reihe. Hier hat sich Frau Chambers eher einen netten Kniff erlaubt und Wayfarers bezieht sich tatsächlich eher auf die unterschiedlichen Protagonisten, die zwar vereinzelt eine Verbindung zum Raumschiff aus dem ersten Teil haben, aber in erster Linie eben irgendwo in den weiten der Galactic Commons unterwegs sind. Wayfarers eben.

Der andere Kniff, den ich an dieser Serie bevorzuge, ist die Tatsache, dass es keine tiefere Geschichte gibt, die sich über einzelne Bücher hinaus aufbaut. Stattdessen ist man Zeuge, wie mehrere Protagonisten das tägliche Leben außerhalb der Erde meistern. Mit gelegentlichen Zwischenfällen unterschiedlichster Art und ohne viel Dramatik. Lediglich Buch Zwei der Serie fällt mit einer für diese Reihe ungewöhnlich detailliert erzählten Lebensgeschichte einer der Protagonisten etwas aus dem Rahmen. Gemeinsamer Nenner ist letztendlich immer das Universum, das Becky Chambers geschaffen hat und in dem ich mich als Leser richtig wohl fühle.

Anstatt seitenlang Weltraumschlachten zu beschreiben, wird lieber auf die Lebensumstände und Gewohnheiten der unterschiedlichen intelligenten Rassen eingegangen, die Ökonomie von Kolonien beleuchtet oder der Frage nachgegangen, wie sich der Mensch fühlt, wenn dieser eben mal nicht mehr der Mittelpunkt des Universums ist und stattdessen auf Technologien und die Unterstützung anderer Völker angewiesen ist.

Ich spare mir an dieser Stelle den Vergleich zu Serien wie Firefly, denn obwohl es deutliche Parallelen gibt, lassen sich diese doch weniger direkt auf das Geschehen und eher auf der Metaebene ziehen. Die Wayfarer-Serie ist jedenfalls das ganze Gegenteil einer Weltraumoper, und schafft es trotz fehlender Schlachten und Dramatik dennoch durchgehend interessant zu sein.