Widows

Am 10. Dezember 2018 unter film

Der Heist Movie ist ein dankbares Genre. Es ist klar definiert und funktioniert als Komödie, Actionreißer, Thriller oder Drama. Ersteres hat Steven Soderbergh mit dem Ocean‘s Eleven Remake vor Jahren für eine erfolgreiche Reihe an Nachfolger etabliert und mit seiner eigenen Indie Produktion Logan Lucky letztendlich perfektioniert. Widows, Steve McQueens Interpretation des Genres, basierend auf der gleichnamigen britischen Serie aus den Achtzigern bedient dagegen das Genre des Dramas und ist damit das ganze Gegenteil des humorvollen Soderbergh Heists.

Widows erzählt die Geschichte von vier Frauen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Schichten, deren Männer bei einem gemeinsamen Einbruch ums Leben gekommen sind und die nun aus der Not heraus dazu gezwungen sind, die Arbeit ihrer verstorbenen Partner fortzusetzen. Widows macht keine Witze, erzählt von tragischen Einzelschicksalen, verbreitet eine zumeist düster traurige Atmosphäre, hat einen 87-jährigen Robert Duvall und knallt immer dann so richtig, wenn es um die wenige dafür aber superb inszenierte Action geht.

Und das führt mit gleich vier starken und überzeugenden weiblichen Hauptrollen zu einer gewaltigen Darbietung. Ab und an auch mal im wahrsten Sinne des Wortes. Gewalt ist auch das erste, an das ich denke, wenn ich mir die generische deutsche Tagline ansehe: Tödliche Witwen. An diesen respektlosen wie dummen Umgang mit dem Medium Film seitens deutscher Vertriebe sollte ich mich längst gewöhnt haben, dann überrascht es mich aber doch wieder und sorgt für dieses unangenehme Stechen in der Herzgegend.

Ignoriert diese Kasperei bitte und gebt Widows die Chance, die dieser außergewöhnliche Film verdient hat. Damit die großartige Cynthia Erivo beim nächsten Film nicht mehr an 38. Stelle des Top Billed Casts auf IMDB stehen muss.


Weihnachtskarte 2018: Die Hard

Am 8. Dezember 2018 unter ansage illustration

Gepixelte Version von Bruce Willis, Hans Gruber und dem Nakatomigebäude

Es ist wieder Lebkuchen-, Weihnachtsbeleuchtungs- und Jahresendlistenzeit. Die einen freuts, die anderen möchten sich kopfüber zur anderen Seite der Erdkugel graben, um all dem zu entkommen. Spoiler: Bringt nichts, glaube ich. Ich jedenfalls mag diese Zeit, fühle mich aber genötigt, die eher unheiligen Aspekte etwas hervorzuheben. Mit meinen Weihnachtskarten. Letztes Jahr gab es den Motherfucking Clark Griswold, dieses Jahr zelebriere ich einen weiteren traditionellen Weihnachtsfilm und pixelte den guten alten jungen Bruce Willis in Die Hard. Denn wir alle wissen: Weihnachten hat erst dann offiziell begonnen, wenn Hans Gruber vom Nakatomi Gebäude gefallen ist. So steht es im Weihnachtsbuch geschrieben. Als Bonus gibt es noch die geschnittene Fassung ohne Blut. Wie damals im Fernsehen.


Wizard Of Legend

Am 6. Dezember 2018 unter spiel

Einen generischeren Titel als Wizard of Legend kann sich echt keiner ausdenken, ey. Vielleicht noch Wizard of Fantasy. Verwunderlich, denn hinter diesem vermeintlich faden Titel steht eines der flottesten und rundesten Roguelikes, die ich seit deren großen Wiederentdeckung im Indiebereich gespielt habe. Und da die Switch ja die neue Goto-Konsole für Roguelikes zu sein scheint und Wizard of Legend zum Zeitpunkt meines Kaufs preisreduziert angeboten wurde (dieser Text liegt schon eine Weile hier herum, ja), ist mir die Kaufentscheidung nicht sonderlich schwer gefallen.

Ein Glücksgriff, wie sich schnell herausstellte, denn gerade zu zweit auf der Couch entfaltet dieses Spiel ein extrem hohes Maß an kurzweiligem Spielspaß. Die zufällig generierten Dungeons, die um drei Zwischen- und einen Endboss gestrickt werden, können im hohen Tempo durchforstet werden und die Kämpfe, bei denen jeder Spieler ein als Kartendeck dargestelltes Repertoire an magischen Attacken einsetzt, gehen geschmeidig von der Hand. Dabei gilt es Gold, Kristalle und Relikte zum Aufbessern der Eigenschaften aufzusammeln.

Roguelike Schmoguelike und so bleiben euch nach dem Ableben lediglich die Kristalle, die ihr in der Oberwelt für neue Zauberkarten, Klamotten und Relikte ausgeben könnt. Sämtliche Power-Ups, Zauber und was ihr sonst noch während eures Streifzugs gefunden habt, bleiben lediglich temporär und für den aktuellen Einsatz in eurem Besitz. Seid ihr im Einzeleinsatz gestorben oder sind beide Spieler im Koop dahingeschieden gibt es natürlich keine zweite Chance und ihr seid stattdessen dazu angehalten es eben immer und immer wieder zu probieren, während eure Magie mit dem Einsatz der verdienten Kristalle theoretisch immer mächtiger wird. Praktisch sieht es eher so aus, dass ihr sehr viele Zauber umsonst kaufen werdet, bevor sich mal einer darunter befindet, der zum eigenen Spielstil passt und auch noch effektiv ist.

Einen von drei Großmagiern haben wir zum Zeitpunkt dieses Texthäppchens zumindest einmal besiegt und ich warte aktuell noch auf eine Wiederholung dieser Heldentat unsererseits. Trotzdem und vor allem dank der Tatsache, dass man ruckzuck mal eben zu zweit in eine neue Runde starten kann, macht Wizard of Legend einen Heidenspaß und ist bis dato ohne Übertreibung mein Lieblings Switch Spiel. So scheue ich mich daher nicht hier eine Kaufempfehlung auszurufen.


Day of the Ninja 2018

Am 5. Dezember 2018 unter ninja ansage

An authentic Ninja holding a Ninja star

Alle Jahre wieder am fünften Dezember kleiden wir uns schwarz und schleichen bedacht und auf der Lauer durch den Tag. Für einige ein exotisches Ritual, für viele der einzig nachvollziehbare Grund, warum diese Zeit im Jahr als heilig gilt. Ich wünsche euch auch dieses Jahr wieder einen ganz großartigen Tag des Ninja. Und nun schleicht euch. Aber richtig!