Elite Dangerous: Beyond - Chapter Four

Am 19. Dezember 2018 unter spiel elite

Ein Typ-9 Transporter vor einem gelb leuchtenden Stern in den tiefen des Weltraums

Letzte Woche erschien mit Version 3.3 von Beyond Kapitel Vier ein weiteres großes Update für Elite Dangerous, Zeit es auszuprobieren fand ich allerdings erst jetzt. Optisch sorgen eine völlig neue Ausleuchtung und überarbeitete Texturen für noch schönere Stunden im Weltraum. Und so ergab es sich, dass ich das oben abgebildete Foto mit der Außenkamera im Spiel schoss, weil ich einen neuen Schreibtischhintergrund für mein MacBook haben wollte. Da sollte natürlich alles besonders hübsch aussehen: Hier noch eine Nuance nach Links, dort die Neigung noch etwas korrigieren, damit mein Type-9 Transporter auch schön mittig sitzt und der Zoom für den richtigen Bildausschnitt musste natürlich auch optimal eingestellt werden. Mit meinem Motiv zufrieden schoss ich zwei Minuten später endlich eine Handvoll schöner Fotos und schaltete dann zurück auf die Innenkamera. Wo mich daraufhin ein ordentliches Chaos erwartete.

Weil ich zu nah am besagten sehr schönen Stern „geparkt“ hatte, stieg die Antriebs-Temperatur meines Frachters auf über 150 Grad Celsius an. Überall qualmte es, und eine Fehlermeldung nach der Anderen verkündete unheilvolle Nachrichten. Irgendwo im Protokoll muss auch „Frachtluke nicht mehr operabel, Ladung abgeworfen“ gestanden haben, denn irgendwo da draußen in der Orion Spur schweben nun sechs Hutton Becher und mehrere Tonnen Hutton Mega-Gin umher, die ich eigentlich im Zentrum der Milchstraße am Colonia Außenposten verkaufen wollte. Ich habe ein Déjà-vu. Genau das ist mir bei meiner letzten Reise nach Colonia schon passiert und vielleicht füge ich mich jetzt einfach meinem Schicksal und sehe ein, dass der Becher nicht nach Colonia will. Zumindest nicht in meinen Händen.

Na ja. Hauptsache das Foto ist schön.


Katamari Damacy Reroll

Am 16. Dezember 2018 unter spiel

Es soll ja immer noch Menschen geben, die noch nie Katamari Damacy gespielt haben. Die tun mir leid. Es soll auch Menschen geben, die Katamari Damacy nicht mögen. Die sind mir egal. Der Gedanke, ich könnte noch einmal unwissend eine Rezension zu diesem skurrilen japanischen Playstation 2 Spiel lesen und mir sofort im Klaren darüber sein, dass ich dieses Spiel haben will, erfüllt mich sehnsüchtig mit etwas Neid. Auch wenn es in meinem Fall eine hässliche amerikanische Angelfire Webseite mit hellem Text auf dunklen Hintergrund war. Vielleicht war es aber genau das, was die bunten Screenshots in den Vordergrund gerückt hat, die mit ihren stilisierten, kantigen Objekten, die zum Großteil aneinander klebten und einen riesigen Ball formten, nicht weniger skurril wirkten als es die Beschreibung des Spiels tat.

Das Spielprinzip, mit einem Ball Dinge aufzurollen, die kleiner als der Ball selbst sind, was wiederum dazu führt, dass eben dieser Ball wächst und noch größere Dinge aufrollen kann, war exotisch genug, dass ich mir zwei bis drei Wochen immer mal wieder versuchte im Kopf auszumalen, wie sich so etwas wohl spielerisch anfühlt, während ich auf das gefühlt mit dem Boot transportierte Päckchen aus den USA wartete. Teil Eins ist damals leider nie offiziell in Europa erschienen.

Jetzt ist Katamari Damacy in HD auf der Switch und so hochauflösend, wie es der Konsole am unteren Ende des technischen Spektrums möglich ist, erschienen. Ohne nennenswerte Upgrades (geht mir weg mit Bewegungssteuerung), dafür aber auch mit allen Unzulänglichkeiten, die einem schon damals etwas Nerven gekostet haben. Etwa die Steuerung, die den Katamari, wie der Ball der alles aufrollt offiziell genannt wird, nach wie vor über zwei Analogsticks lenkt. Das ist ziemlich genau so, als würde man beide Vorderräder eines Autos unabhängig voneinander bedienen. Das ist mir nach vier vollwertigen Spielen der Reihe mittlerweile zwar in Fleisch und Blut übergegangen, könnte die eine oder andere allerdings noch immer abschrecken. Oder die Erbarmungslosigkeit, die das Spiel an den Tag legt, wenn man im Eifer des Gefechts gegen eine Wand oder gegen ein zu großes Objekt rollt und zuvor eingesammelte Gegenstände wieder abfallen und sich in der Umgebung verteilen. Das wurde ja bereits im Nachfolger stark zurückgefahren und wirkt nun im unangetasteten Zustand der Neuauflage schon etwas ignorant auf mich.

Dem entgegen steht das großartige Spielprinzip, das aus mir völlig unerfindlichen Gründen nur einmal und in Form des kleinen Geheimtipps Tornado Breakout auf der Xbox 360 kopiert wurde. Und es macht immer noch Spaß die ganzen unterschiedlichen Gegenstände, von der Reißzwecke bis zur ganzen Insel aufzurollen, die dies oft mit einen individuellen Soundfetzen kommentieren und am Ende unter den verhöhnenden Sprüchen des Königs des ganzen Kosmos mit geneigtem Haupt dazusitzen und sich zu schwören, dass wir beim nächsten Versuch eine Bestzeit, eine Rekordgröße oder alle versteckten Gegenstände aufrollen. Auch die kreativen Finessen, mit denen das eh schon tolle Grundprinzip abwechslungsreich gestaltet wurde, indem es nicht immer bloß gilt den größten Katamari zu rollen, sondern auch mal die Masse bestimmter Kategorien von Gegenständen zählt, es entscheidend ist, spezielle Objekte zu meiden, oder wir einen Ball schätzungsweise auf einen geforderten Durchmesser rollen müssen.

Keita Takahashi, der Erfinder von Katamari Damacy und Produzent der ersten beiden Teile wurde damals oft mit seinem Wunsch zitiert, Spielplätze in Städten zu bauen. Genau genommen hat er das mit Katamari Damacy längst getan. Und weil die technische Umsetzung auf der Switch nichts zu wünschen übrig lässt, ist dieses als Fan Service getarnte Remake für 20 Euro genau das Richtige, wenn die Playstation 2 bereits in den verdienten Ruhestand geschickt wurde.


Widows

Am 10. Dezember 2018 unter film

Der Heist Movie ist ein dankbares Genre. Es ist klar definiert und funktioniert als Komödie, Actionreißer, Thriller oder Drama. Ersteres hat Steven Soderbergh mit dem Ocean‘s Eleven Remake vor Jahren für eine erfolgreiche Reihe an Nachfolger etabliert und mit seiner eigenen Indie Produktion Logan Lucky letztendlich perfektioniert. Widows, Steve McQueens Interpretation des Genres, basierend auf der gleichnamigen britischen Serie aus den Achtzigern bedient dagegen das Genre des Dramas und ist damit das ganze Gegenteil des humorvollen Soderbergh Heists.

Widows erzählt die Geschichte von vier Frauen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Schichten, deren Männer bei einem gemeinsamen Einbruch ums Leben gekommen sind und die nun aus der Not heraus dazu gezwungen sind, die Arbeit ihrer verstorbenen Partner fortzusetzen. Widows macht keine Witze, erzählt von tragischen Einzelschicksalen, verbreitet eine zumeist düster traurige Atmosphäre, hat einen 87-jährigen Robert Duvall und knallt immer dann so richtig, wenn es um die wenige dafür aber superb inszenierte Action geht.

Und das führt mit gleich vier starken und überzeugenden weiblichen Hauptrollen zu einer gewaltigen Darbietung. Ab und an auch mal im wahrsten Sinne des Wortes. Gewalt ist auch das erste, an das ich denke, wenn ich mir die generische deutsche Tagline ansehe: Tödliche Witwen. An diesen respektlosen wie dummen Umgang mit dem Medium Film seitens deutscher Vertriebe sollte ich mich längst gewöhnt haben, dann überrascht es mich aber doch wieder und sorgt für dieses unangenehme Stechen in der Herzgegend.

Ignoriert diese Kasperei bitte und gebt Widows die Chance, die dieser außergewöhnliche Film verdient hat. Damit die großartige Cynthia Erivo beim nächsten Film nicht mehr an 38. Stelle des Top Billed Casts auf IMDB stehen muss.


Weihnachtskarte 2018: Die Hard

Am 8. Dezember 2018 unter ansage illustration

Gepixelte Version von Bruce Willis, Hans Gruber und dem Nakatomigebäude

Es ist wieder Lebkuchen-, Weihnachtsbeleuchtungs- und Jahresendlistenzeit. Die einen freuts, die anderen möchten sich kopfüber zur anderen Seite der Erdkugel graben, um all dem zu entkommen. Spoiler: Bringt nichts, glaube ich. Ich jedenfalls mag diese Zeit, fühle mich aber genötigt, die eher unheiligen Aspekte etwas hervorzuheben. Mit meinen Weihnachtskarten. Letztes Jahr gab es den Motherfucking Clark Griswold, dieses Jahr zelebriere ich einen weiteren traditionellen Weihnachtsfilm und pixelte den guten alten jungen Bruce Willis in Die Hard. Denn wir alle wissen: Weihnachten hat erst dann offiziell begonnen, wenn Hans Gruber vom Nakatomi Gebäude gefallen ist. So steht es im Weihnachtsbuch geschrieben. Als Bonus gibt es noch die geschnittene Fassung ohne Blut. Wie damals im Fernsehen.


Wizard Of Legend

Am 6. Dezember 2018 unter spiel

Einen generischeren Titel als Wizard of Legend kann sich echt keiner ausdenken, ey. Vielleicht noch Wizard of Fantasy. Verwunderlich, denn hinter diesem vermeintlich faden Titel steht eines der flottesten und rundesten Roguelikes, die ich seit deren großen Wiederentdeckung im Indiebereich gespielt habe. Und da die Switch ja die neue Goto-Konsole für Roguelikes zu sein scheint und Wizard of Legend zum Zeitpunkt meines Kaufs preisreduziert angeboten wurde (dieser Text liegt schon eine Weile hier herum, ja), ist mir die Kaufentscheidung nicht sonderlich schwer gefallen.

Ein Glücksgriff, wie sich schnell herausstellte, denn gerade zu zweit auf der Couch entfaltet dieses Spiel ein extrem hohes Maß an kurzweiligem Spielspaß. Die zufällig generierten Dungeons, die um drei Zwischen- und einen Endboss gestrickt werden, können im hohen Tempo durchforstet werden und die Kämpfe, bei denen jeder Spieler ein als Kartendeck dargestelltes Repertoire an magischen Attacken einsetzt, gehen geschmeidig von der Hand. Dabei gilt es Gold, Kristalle und Relikte zum Aufbessern der Eigenschaften aufzusammeln.

Roguelike Schmoguelike und so bleiben euch nach dem Ableben lediglich die Kristalle, die ihr in der Oberwelt für neue Zauberkarten, Klamotten und Relikte ausgeben könnt. Sämtliche Power-Ups, Zauber und was ihr sonst noch während eures Streifzugs gefunden habt, bleiben lediglich temporär und für den aktuellen Einsatz in eurem Besitz. Seid ihr im Einzeleinsatz gestorben oder sind beide Spieler im Koop dahingeschieden gibt es natürlich keine zweite Chance und ihr seid stattdessen dazu angehalten es eben immer und immer wieder zu probieren, während eure Magie mit dem Einsatz der verdienten Kristalle theoretisch immer mächtiger wird. Praktisch sieht es eher so aus, dass ihr sehr viele Zauber umsonst kaufen werdet, bevor sich mal einer darunter befindet, der zum eigenen Spielstil passt und auch noch effektiv ist.

Einen von drei Großmagiern haben wir zum Zeitpunkt dieses Texthäppchens zumindest einmal besiegt und ich warte aktuell noch auf eine Wiederholung dieser Heldentat unsererseits. Trotzdem und vor allem dank der Tatsache, dass man ruckzuck mal eben zu zweit in eine neue Runde starten kann, macht Wizard of Legend einen Heidenspaß und ist bis dato ohne Übertreibung mein Lieblings Switch Spiel. So scheue ich mich daher nicht hier eine Kaufempfehlung auszurufen.